20. Oktober 2017

G20 Gipfel in Hamburg: SEK-Einheiten räumen das Schanzenviertel

Quelle: jungefreiheit.de

Linksextreme Ausschreitungen im Hamburger Schanzenviertel anläßlich des G20-Gipfels Foto: picture alliance / NurPhoto

HAMBURG. Am Tag nach den erneuten schweren Ausschreitungen beim G20 Gipfel hat sich die Polizei schockiert über die Dimension der Gewalt gezeigt. „Wir haben noch nie so ein Ausmaß an Haß und Gewalt erlebt“, sagte Polizeisprecher Timo Zill der Bild-Zeitung. Die Zahl der verletzten Polizisten ist unterdessen auf 213 gestiegen.

In der Nacht zu Samstag kam es zu heftigen Krawallen im Schanzenviertel. Einsatzkräfte wurden von rund 1.500 linken Randalierern erneut mit Steinen und Flaschen beworfen. Auch wurden Polizisten mit Zwillen beschossen. Etwa 500 Linksextremisten plünderten laut Polizeiangaben einen Supermarkt und setzten ihn anschließend in Brand.

SEK eroberte Kontrolle zurück

Insgesamt nahmen die Beamten in der Nacht 14 Personen fest. Die Gesamtzahl der Festnahmen erhöhte sich somit auf 114. Da die reguläre Polizei die Krawalle nicht in den Griff bekam, mußten SEK-Einheiten hinzugezogen werden. Den Spezialeinheiten gelang es in den frühen Morgenstunden, die Kontrolle zurückzugewinnen. Am Samstagnachmittag kam es erneut zu Übergriffen auf Polizisten durch den sogenannten „Schwarzen Block“. Linksextremisten attackierten die Beamten mit Tritten sowie Schlägen mit Fahnenstangen.

Am Freitag hatten Linksextremisten den Bahnhof Landungsbrücken aufgebrochen und versucht, sich mit Schlauchbooten der Elbphilharmonie zu nähern. Dort fand am Abend ein Konzert für die anwesenden Staats- und Regierungschefs statt. Die Polizei setzte Wasserwerfer gegen die Randalierer ein.

Im Stadtteil St. Pauli bewarfen vermummte Demonstranten die Polizisten mit Steinen und attackierten sie mit Reizgas. Einem Polizisten wurden mit einer Eisenstange der Helm zertrümmert. Er trug schwerste Verletzungen davon. Unterdessen hat Bundeskanzlerin Angela Merkel die Ausschreitungen verurteilt. “Ich habe jedes Verständnis für friedliche Demonstrationen, aber gewalttätige Demonstrationen bringen Menschenleben in Gefahr”, sagte die Kanzlerin.

Beginn der Gewalt am Donnerstag

Das erste Mal war am Donnerstag abend eine Demonstration gegen den G20-Gipfel eskaliert. Mehrere hundert linksradikale Teilnehmer hatten sich vermummt und die Polizei mit Böllern, Steinen und Flaschen angegriffen. Die Einsatzkräfte setzten daraufhin Wasserwerfer, Pfefferspray und Schlagstöcke ein. In der gesamten Nacht kam es immer wieder zu teils heftigen Auseinandersetzungen zwischen militanten Linksextremisten und der Polizei. Zahlreiche Schaufenster wurden zerstört, Bankautomaten demoliert und Fahrzeuge in Brand gesetzt. (tb)