23. Oktober 2017

Britische Werbeaufsichtsbehörde will Genderstereotype verbieten

Quelle: jungefreiheit.de

LONDON. Hausfrauen sollen nach dem Willen der britischen Werbeaufsichtsbehörde ASA künftig aus TV-Reklamespots verschwinden. Laut einer neuen Richtlinie soll es demnach Unternehmen verboten werden, im britischen Fernsehen Werbung zu schalten, in denen Frauen die alleinige Aufgabe des Kochens, Saubermachens oder der Kinderbetreuung zufällt. Auch Männer, die an einfachen Haushaltstätigkeiten scheitern, könnten der neuen Richtlinie zum Opfer fallen.

Der ASA geht es laut eigenen Angaben darum, „Gender-Stereotype zu verbannen, die Menschen nachteilig darin beschränken, wie sie sich selbst und andere um sie herum sehen“. Der Geschäftsführer der Behörde, Guy Parker, erklärte die Verschärfung nach einem Bericht der Daily Mail damit, die Ausstrahlung von Spots mit „veralteten Ansichten zu Gender-Rollen in der Gesellschaft“ könne zu „unfairen Resultaten“ führen.

„Schärfere Werbestandards können eine wichtige Rolle dabei spielen, Ungleichheiten anzugehen und Resultate für Individuen, die Wirtschaft und die Gesellschaft als Ganzes verbessern.“ Protest hatte sich unter anderem an einem Werbefilmchen für das Babymilchpulver des Herstellers Aptamil entzündet. Darin wurde das Produkt mit Mädchen beworben, die durch den Genuß der Milch später zu Ballerinas wurden und Jungs, die zu Ingenieuren heranwuchsen. (tb)