20. Oktober 2017

ARD-Redakteur räumt Fehler bei Pegida-Berichten ein

Quelle: jungefreiheit.de

Foto: Thomas Schneider/agwelt

BERLIN. Der Chefredakteur von ARD-„aktuell“ Kai Gniffke hat eine anfänglich tendenziöse Berichterstattung über Pegida zugegeben. Bei ARD-Berichten über die islamkritische Bewegung habe man anfangs manchmal angemerkt, daß die Journalisten Pegida kritisch sähen, sagte Gniffke dem Medienmagazin journalist. Aber daraus habe der Sender gelernt.

„Das Herz eines Journalisten darf nie übers Hirn bestimmen, sonst wird das Denken beeinträchtigt“, gab der 56 Jahre alte Journalist zu bedenken, der sowohl die „Tagesschau“ als auch die „Tagesthemen“ verantwortet. Er sprach sich für eine sachlich-nüchterne Berichterstattung aus, „egal ob uns populistische Bewegungen oder demokratisch gewählte Präsidenten gefallen oder nicht“.
ARD bemüht sich um Trump-Interview

So verfahre die ARD-„Tagesschau“ auch bei US-Präsident Donald Trump. „Wir haben uns nicht zu positionieren, sondern nur nüchtern zu beschreiben, wie sich Trumps Politik unter Berücksichtigung aller Fakten darstellt. Wir sollten den Teufel tun, unserem Publikum zu sagen, was es zu denken hat.“ Denn dies bedeute das Ende der Glaubwürdigkeit.

Beim bevorstehenden G20-Gipfel in Hamburg werde sich der Sender nicht nur auf Trump konzentrieren. „Wir haben keine Trump-Festspiele, sondern einen G20-Gipfel“, sagte Gniffke. Trotzdem werde sich die ARD um ein Interview mit dem Präsidenten bemühen. (ls)