20. Oktober 2017

Trump streicht Ramadan-Feier

Quelle: jungefreiheit.de

US-Präsident Donald Trump. Foto: Facebook

WASHINGTON. Erstmals seit über 20 Jahren hat ein US-Präsident keine Feier zum Ende des Ramadans im Weißen Haus veranstaltet. Statt dessen sandte Präsident Donald Trump „herzliche Grüße“ an Moslems, die das Fastenbrechen (Eid al-Fitr) feierten. Der Feiertag erinnere die Menschen an die „Bedeutung von Barmherzigkeit, Mitgefühl und gutem Willen“, erläuterte Trump.

Seit der Amtszeit von US-Präsident Bill Clinton (1993 bis 2001) hatte das Weiße Haus jedes Jahr eine Feier zum Eid al-Fitr-Fest oder während des Ramadans ein Festessen zum abendlichen Fastenbrechen veranstaltet. Die damalige First Lady Hillary Clinton hatte 1996 erstmals Mitglieder der moslemischen Gemeinde zum „Iftar-Dinner“ in den Regierungssitz eingeladen.

Moslems kritisieren Traditionsbruch

Der Washingtoner Imam Talib Shareef sagte dem Nachrichtenportal Huffington Post, es sei keine gute Botschaft, diese Tradition zu stoppen. Fürs Golfspielen habe Trump Zeit, kritisierte Shareef. „Wie kommt es, daß man für einen Teil der Gesellschaft keine Zeit hat, der etwas Unterstützung braucht.“ Am vergangenen Samstag hatte sich der Präsident in seinem Golf-Club in Virginia aufgehalten, soll aber nicht gespielt haben.

Zuvor hatte es bereits erstmals seit 1999 keinen Ramadan-Empfang im Weißen Haus geben. Das Büro für religiöse und globale Angelegenheiten des Außenministeriums hatte sich in einer entsprechenden Anfrage an Außenminister Rex Tillerson gewandt. Dieser lehnte allerdings ab.

Im Wahlkampf hatte sich Trump immer wieder islamkritische geüßert. Eine Woche nach seinem Amtsantritt im Januar hatte er ein Einreiseverbot für Menschen aus sieben mehrheitlich moslemischen Ländern angeordnete. Ein Gericht setzte es aber aus. (ls)