27. Juni 2017

„Schweigemarsch für das Leben“ von Protesten begleitet

Quelle: idea.de

An dem Schweigemarsch am 12. Juni haben sich nach Veranstalterangaben rund 750 Christen beteiligt. Foto: Andreas Schroth

Annaberg-Buchholz (idea) – An einem „Schweigemarsch für das Leben“ im sächsischen Annaberg-Buchholz haben sich am 12. Juni nach Veranstalterangaben rund 750 Christen beteiligt. Sie demonstrierten für das Lebensrecht ungeborener Kinder sowie alter und kranker Menschen. An einer Gegendemonstration des Aktionsbündnisses „Pro Choice Sachsen“ unter dem Motto „Leben schützen! Abtreibung legalisieren! Weg mit §218“ nahmen rund 150 Personen aus dem linken Spektrum teil. Etwa 400 Polizisten verhinderten ein Zusammentreffen der beiden Gruppen. Der Geschäftsführer der christlichen Lebensrechtsvereinigung KALEB (Kooperative Arbeit Leben Ehrfürchtig Bewahren), Gerhard Steier (Chemnitz), sagte, ein Land, das einen erheblichen Teil seiner Kinder Jahr für Jahr im Müll entsorge, werde auf dem Müllhaufen der Geschichte landen: „Das sagen keine blöden Lebensrechtler, sondern rechnen nüchterne Demografen und Ökonomen vor. Das sind Gesetze der Logik und der Mathematik!“ Er ermutigte dazu, auch weiterhin ausdauernd für den Schutz des Lebens am Anfang und am Ende des menschlichen Lebens einzutreten: „Die Sklaverei konnte geächtet werden, die Atomkraft plötzlich abgestellt, Raucher in gelbe Vierecke auf Bahnsteigen verbannt werden.“ Sogar der Prostitution werde neuerdings in liberalen Gesellschaften der Kampf angesagt. „Wir haben Faschismus und Kommunismus überwunden – und da sollen wir glauben, Abtreibung müsse es wie ein Naturgesetz selbstverständlich immer geben?“

Spenden kommen CVJM Sachsen zugute – Veranstaltungszentrum war beschmiert worden

Die Koordinatorin des Aktionsbündnisses „Demo für Alle“, Hedwig Freifrau von Beverfoerde (Magdeburg), erklärte hinsichtlich der Debatte um Sterbehilfe am Lebensende, jeder Mensch wolle leben: „Und wenn ein Mensch sagt, er wolle sterben, dann meint er in Wirklichkeit fast immer: Ich will nicht mehr so leben – mit den Schmerzen und der seelischen Einsamkeit.“ Wenn es durch Obhut und liebevolle Pflege sowie die heutigen Schmerzbehandlungsmöglichkeiten gelinge, den Betroffenen diese Furcht zu nehmen, verschwinde in den meisten Fällen auch der Wunsch, sich töten zu lassen. Veranstaltet wurde der Marsch bereits zum 8. Mal vom Verein Lebensrecht Sachsen. Wie deren Vorsitzender, Thomas Schneider (Breitenbrunn/Erzgebirge), der Evangelischen Nachrichtenagentur idea sagte, soll der Marsch für das Leben künftig immer am Samstag nach dem Internationalen Kindertag stattfinden – im nächsten Jahr am 2. Juni. Nach seinen Angaben sollen die Spenden, die gesammelt wurden, dem CVJM Sachsen überwiesen werden. Unbekannte hatten im Vorfeld des Schweigemarsches einen Anschlag auf das CVJM-Veranstaltungszentrum in Dresden verübt. Sie zerstörten die Schlösser an den Eingängen und warfen Farbbeutel. Der Schaden beläuft sich auf rund 18.500 Euro. Vermutlich stecken – so Schneider – Gegner des Schweigemarsches für das Leben hinter der Tat. Denn die Eingangstüren des Zentrums wurden mit Protestplakaten gegen die Veranstaltung beklebt.