23. Juli 2017

Drogeriekette dm wegen Pfefferspray-Verkauf in der Kritik

Quelle: jungefreiheit.de

Foto: Thomas Schneider/agwelt

DÜSSELDORF. Der Verkauf von Pfeffersprays in einigen nordrhein-westfälischen dm-Filialen hat für Kritik an der Drogeriemarktkette gesorgt. Die Tierabwehrsprays seien teilweise in unmittelbarer Nähe zum Karnevalssortiment platziert worden, berichtet die Rheinische Post.

Ein Gastronom mit ägyptischem Migrationshintergrund stellte ein Bild der Ware auf die Facebook-Seite des Unternehmens und kritisierte das Angebot. Zu sehen sind darauf sowohl die Pfeffersprays, als auch eine Werbung für das Karnevalssortiment auf der Rückseite des Regals. „Schon Jeck? Alles was Sie für die tollen Tage brauchen“, wirbt das Schild für Luftschlangen und Schminke.

Durch die Produktplatzierung fühle sich Walid El Sheikh persönlich angegriffen. Den Spruch über dem angebotenen Pfefferspray bringe ihm zu Folge jeder mit den Vorkommnissen in der Kölner Silvesternacht in Verbindung. dm betreibe so Stimmung gegen eine bestimmte Bevölkerungsgruppe: „Für mich ist das ein Aufruf zur Gewalt. Zumal Karneval auch absolut nichts mit Pfefferspray zu tun hat.“

Kunden reagieren positiv

Viele weitere Kunden reagierten ebenfalls empört auf das Bild und warfen der Kette eine menschenverachtende Aktion vor. Ein großer Teil der Nutzer solidarisierte sich jedoch mit dem Unternehmen und scherzte über die mißverstandene Werbebotschaft über dem Regal.

„Das Tierabwehrspray haben wir aufgrund der vielen Nachfragen unserer Kunden vor rund acht Monaten in unser Sortiment aufgenommen. Über die Platzierung im Markt entscheiden die Kolleginnen und Kollegen“, entgegnete die Drogeriemarktkette. (vi)