17. Dezember 2017

AfD-Chefin kritisiert Kirchen wegen unchristlichen Verhaltens

Quelle: jungefreiheit.de

Frauke Petry: Kirchen grenzen die AfD aus. Foto: AfD

WETZLAR. AfD-Chefin Frauke Petry hat der Kirche vorgeworfen, nicht ausreichend für den Erhalt des christlichen Glaubens zu kämpfen. „Die Errungenschaften von christlichem Glauben und Aufklärung sind in Gefahr. Ich würde mir wünschen, daß die Kirche sie offensiv verteidigt“, sagte Petry in einem Streitgespräch mit dem Präses der Evangelischen Kirche im Rheinland, Manfred Rekowski, im evangelischen Nachrichtenmagazin idea Spektrum.

Hintergrund sei ein pensionierter Pfarrer, der im Rheinland für die AfD kandidiere und dafür von der Kirche angegriffen werde. „Das ist zutiefst unchristlich“, mahnt die AfD-Chefin. Sowohl der evangelischen als auch der katholischen Kirche warf Petry vor, die AfD auszugrenzen. „Offensichtlich funktioniert der Dialog nicht.“

Am Anfang steht das Recht

Rekowski kritisierte Petry, weil sie „die Rechte von Geflüchteten“ als nachgeordnet hinter deutschen Interessen betrachten würde. Dem erwiderte Petry, die Kirche habe jedoch das Bewußtsein verloren, „daß Barmherzigkeit und Toleranz gegenüber Fremden nur möglich sind, wenn der Rechtsstaat funktioniert“.

Am Anfang stünde das Recht. „Wir können nicht über Integration reden, wenn wir nicht vorher geklärt haben, wer überhaupt integriert werden soll.“ Zwischen Asylbewerbern und subsidiär Schutzbedürftigen müsse unterschieden werden.

Die AfD sei dafür, politisch Verfolgte aufzunehmen, Kriegsflüchtlingen temporären Schutz zu gewähren und integrationswilligen Moslems die Hand zu reichen. „Wir können aber nicht so tun, als gebe es mit der Zuwanderung keine Probleme.“ (ls)