28. Mai 2017

Lkw rast in Berliner Weihnachtsmarkt: neun Tote und 50 Verletzte

Quelle: jungefreiheit.de

Foto: Thomas Schneider/agwelt

Foto: Thomas Schneider/agwelt

BERLIN. Ein Lkw ist auf einem Weihnachtsmarkt vor der Gedächtniskirche im Berliner Stadtteil Charlottenburg Montag abend in eine Menschenmenge gefahren. Laut Polizei sind mindestens neun Menschen getötet und mindestens 50 zum Teil schwer verletzt worden. Sie geht von einem Anschlag aus.

Ein Polizeisprecher sagte der Nachrichtenagentur dpa, es habe sich dabei vermutlich um einen Anschlag gehandelt. Die Polizei konnte den mutmaßlichen Fahrer in der Nähe des Weihnachtsmarktes festnehmen. Sein Beifahrer soll durch den Aufprall getötet worden sein. Der Sattelschlepper sei gegen 20 Uhr auf einer Strecke von rund 50 bis 80 mit hoher Geschwindigkeit über das Marktgelände gefahren, berichtete die Nachrichtenagentur dpa. Laut ZDF wurde der Lastwagen heute in Polen gestohlen.

Lkw in Polen gestohlen

Der Sattelschlepper gehörte demnach dem Spediteur Ariel Zurawski aus Gryfnino an der Grenze zu Polen. Zurawski habe in einem polnischen Sender berichtet, der Lkw werde normalerweise von seinem Kousin gefahren. Er habe zuletzt um 12 Uhr mit dem Fahrer gesprochen. Bei dem festgenommenen Fahrer soll es sich jedoch nicht um den Kousin handeln.

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Lkw raste ohne Licht in Menschenmenge

Laut der Berliner Morgenpost, die mit einem Augenzeugen des Anschlags gesprochen hat, soll der Lkw ohne Licht in die Menschenmenge gerast sein.

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) hat sich bestürzt über den möglichen Anschlag geäußert. „Wir trauern um die Toten und hoffen, daß den vielen Verletzten geholfen werden kann“, teilte Regierungssprecher Steffen Seibert am Montag abend laut dpa mit.

Die Ermittlungen vor Ort hat das Landeskriminalamt übernommen. Die Nachrichtenagentur habe aus Sicherheitskreisen erfahren, daß vieles für eine islamistisch motivierte Attacke spreche.

Bundespräsident Joachim Gauck hat sich betroffen über das „schreckliche Geschehen“ geäußert. „Das ist ein schlimmer Abend für Berlin und unser Land, der mich wie zahllose Menschen sehr bestürzt.“

Bundesjustizminister Heiko Maas (SPD) teilte auf dem Kurznachrichtendienst Twitter mit, daß der Generalbundesanwalt die Ermittlungen in dem Fall übernehme.

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