20. September 2017

Lkw-Fahrer soll als Flüchtling nach Deutschland gekommen sein

Quelle: jungefreiheit.de

Foto: Thomas Schneider/agwelt

Foto: Thomas Schneider/agwelt

BERLIN. Bei einem möglichen Anschlag mit einem Lastkraftwagen auf einen Berliner Weihnachtsmarkt sind mindestens zwölf Menschen getötet und 48 verletzt worden. Der mutmaßliche Fahrer soll als pakistanischer oder afghanischer Flüchtling im Februar 2016 nach Deutschland gekommen sein, berichtete die Nachrichtenagentur dpa.

Unterdessen hat die Berliner Polizei einen Unfall ausgeschlossen. „Unsere Ermittler gehen davon aus, daß der Lkw vorsätzlich in die Menschenmenge gesteuert wurde“, teilte die Polizei Dienstag früh auf dem Kurznachrichtendienst Twitter mit.

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Der Berliner Tagesspiegel berichtete unter Berufung auf Sicherheitskreise, der Mann sei wegen kleinerer kriminelle Delikte bereits polizeibekannt gewesen. Nach Informationen der Welt habe es seit mehreren Tagen Hinweise auf einen möglichen Anschlag auf einen Weihnachtsmarkt in Berlin gegeben.

Mutmaßlicher Fahrer festgenommen, Beifahrer tot aufgefunden

Die Tat ereignete sich gegen 20 Uhr. Der Sattelschlepper kam von der Kantstraße und soll vorsätzlich mehrere Verkaufsbuden am Weihnachtsmarkt am Breitscheidplatz an der Kaiser-Wilhelm-Gedächtniskirche überfahren haben. Der Lkw hatte ein polnisches Kennzeichen. Die Polizei konnte den mutmaßlichen Fahrer in der Nähe des Marktes festnehmen. Bei dem tot aufgefundenen Beifahrer soll es sich um einen Polen handeln.

Der mutmaßliche Fahrer soll den Beifahrer erschossen haben. Diese würde auch den Schuß erklären, den ein Polizist gehört haben soll.

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In einem Interview mit dem polnischen Fernsehsender TVN24 sagte der mutmaßliche Spediteur des Lkw, sein Cousin habe den Lkw gefahren und sich mittags zum letzten Mal bei ihm gemeldet. Seiner Meinung nach sei das Fahrzeug entführt worden. Die Frau des Fahrers habe zuletzt gegen 16 Uhr Kontakt mit ihren Mann gehabt.

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) hat sich bestürzt über den möglichen Anschlag geäußert. „Wir trauern um die Toten und hoffen, daß den vielen Verletzten geholfen werden kann“, teilte Regierungssprecher Steffen Seibert am Montagabend mit.

Bundespräsident Joachim Gauck hat sich betroffen über das „schreckliche Geschehen“ geäußert. „Das ist ein schlimmer Abend für Berlin und unser Land, der mich wie zahllose Menschen sehr bestürzt.“

Bundesjustizminister Heiko Maas (SPD) teilte auf dem Kurznachrichtendienst Twitter mit, daß der Generalbundesanwalt die Ermittlungen in dem Fall übernehme. (ls)