20. September 2017

Lettische Kirche wird wie eine „geistlich-theologische Kolonie“ behandelt

Quelle: idea.de

Pastor Ulrich Rüß, Foto: KSBB in der Nordkirche

Pastor Ulrich Rüß, Foto: KSBB in der Nordkirche

Schwerin/Riga (idea) – Der Vorsitzende der Kirchlichen Sammlung um Bibel und Bekenntnis in der Nordkirche, Pastor Ulrich Rüß (Hamburg), hat seine Kirche scharf kritisiert.

Hintergrund ist der Beschluss der Nordkirche, der Evangelisch-Lutherischen Kirche Lettlands die Hoheit über die von ihr gezahlten Hilfsgelder zu entziehen, weil die lettische Kirche die Frauenordination im Juni offiziell abgeschafft hatte. Daraufhin stellte die Nordkirche ihre Zahlungen an das Konsistorium der lettischen Kirche ein. Stattdessen sollen mit dem Geld Menschen unterstützt werden, „die unter den Folgen des Synodenbeschlusses zu leiden haben“, wie Landesbischof Gerhard Ulrich (Schwerin) auf der Synode seiner Kirche sagte. Die Nordkirche hat in diesem Jahr 65.000 Euro für die Unterstützung der kirchlichen Arbeit in Lettland vorgesehen. Etwas weniger als die Hälfte dieses Betrags hatte bislang das Konsistorium der lettischen Kirche in Riga verteilt.

Laut Rüß zeugt die Entscheidung „von einem unverhohlenen, paternalistisch bevormundenden Verständnis einer Partnerschaft, die letztlich keine ist“. Dadurch werde die lettische Kirche wie eine „geistlich-theologische Kolonie der Nordkirche“ behandelt, sagte Rüß der Evangelischen Nachrichtenagentur idea: „Der Beschluss entlarvt sich als geistlich kontraproduktiv, weil er nur Entscheidungen gutheißt, die der eigenen geistlichen, aber nach wie vor umstrittenen Sicht entsprechen.“ [Weiterlesen]