22. Oktober 2017

Evangelische Allianz München fordert Schutz bedrohter Christen

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Bedrängte und bedrohte christliche Flüchtlinge brauchen die volle Unterstützung des bayrischen Staates – Die Evangelische Allianz München bittet Horst Seehofer um wirksamen Schutz

Im Hinblick auf die sich häufenden Übergriffe gegenüber christlichen Flüchtlingen und anderen religiösen Minderheiten hat die Evangelische Allianz München jetzt Ministerpräsident Seehofer zu einem entschlossenen Handeln zu einem wirksamen Schutz gegenüber Bedrohung und Verfolgung aufgefordert. Wie der Vorsitzende der örtlichen Evangelischen Allianz, Siegfried Winkler, schreibt, könne sich die bayrische Staatsregierung in dieser Sache am guten Vorbild Hessens orientieren, wo dies zu gelingen scheine. Der von Hessen beschlossene Maßnahmenkatalog beinhalte u.a. Verbesserung der Info-/Meldekette, vor allem aber eine intensive Sensibilisierung der Standortleitungen, angestellter und ehrenamtlicher Mitarbeiter, Polizeibeamter und Mitarbeiter in den Behörden. Dringend erforderlich sei bei der Auswahl von Sicherheitsmitarbeitern und Dolmetschern auf die Zugehörigkeit zu unterschiedlichen Religionszugehörigkeiten zu achten, damit eine neutrale objektive Behandlung der Anliegen überhaupt möglich werde. Das gelte auch für die Besetzung der Infopoints. Auch bedürfe es einer Sensibilisierung auf Ebene der Behördenleitungen und der Abteilungsleitungen der Polizeipräsidien sowie der Leitungen der Kriminaldirektionen (verantwortlich für die Staatsschutzkommissariate) für die Thematik religiöser Übergriffe.

Die ans Tageslicht und in die öffentlichen Medien kommenden „Berichte stellen nur die Spitze eines Eisberges dar, da Flüchtlinge aus Angst vor Repressalien schweigen“, schrieb Winkler. „Sicher sind Sie mit mir der Meinung, dass Flüchtlinge, die wegen ihres christlichen Glaubens aus ihrer Heimat fliehen mussten oder sich als Flüchtlinge dem christlichen Glauben zugewandt haben bzw. dafür öffentliches Interesse zeigen, nicht ausgerechnet in unserem Land dafür bedroht werden dürfen.“ Gerade in Bayern müsse das Recht auf Freiheit des Glaubens in ganz besonderer Weise als hohes Gut des Menschenrechts und der Menschenwürde beachtet werden „und mit allen nur erdenklichen Mitteln“ geschützt werden. Die Staatsregierung solle deshalb die besondere Schutzbedürftigkeit bzw. Gefährdung christlicher Flüchtlinge anerkennen.

Winkler verweist in seinem Schreiben auch darauf, dass die Münchner Evangelische Allianz auch mit über 30 fremdsprachigen Gemeinden vernetzt sei. Weil sich viele „der mit uns verbunden Gemeinden“ in der Arbeit für und mit Flüchtlingen engagierten, werde man den Brief auch in den Gottesdiensten der Gemeinden verlesen. Siegfried Winkler grüßt „in gespannter Erwartung auf Ihre Antwort“.

(gez) Siegfried Winkler, Vorsitzender der Evangelischen Allianz München und Mitglied des Geschäftsführenden Vorstandes der Deutschen Evangelischen Allianz