28. März 2017

Offener Brief an den sächsischen CDU Generalsekretär

Foto: Thomas Schneider/agwelt

Foto: Thomas Schneider/agwelt

OFFENER BRIEF

Sehr geehrter Herr Generalsekretär Kretzschmer,

am 4.11. konnten wir über die „Freie Presse“ von Ihnen erfahren:

1. Die AfD braucht keiner, weder im Land noch im Bund.
2. Wir wollen auf jeden Fall mit ihr (Merkel) in die Bundestagswahl gehen.

Beide Aussagen haben bei mir höchste Verwunderung hervorgerufen.

Zu 1.: Die AfD braucht keiner, weder im Land noch im Bund.:

Wäre es nicht richtiger, sich vor solcher Aussage mit dem Parteiprogramm der AfD auseinanderzusetzen und diese Frage mindestens unter den Mitgliedern der CDU zu debattieren? Eine derartige Äußerung geht aber auch mehrfach völlig an der Realität vorbei:

– Daß bundesweit15% der Bürger die AfD wählen wollen, in Sachsen wesentlich mehr, zeigt allein deren Notwendigkeit.

– Daß die AfD bei Wahlen wie keine andere Partei Nichtwähler mobilisieren kann, zeigt deren große Bedeutung für die verloren gegangene politische Kultur im Lande.

– Ein Blick nur in das Kurzprogramm der AfD zeigt wie eng die politische Verwandtschaft zur CDU ist. Der Unterschied: Wähler und Nichtwähler trauen ihr zu, das Programm zu vertreten und umzusetzen.
(Wenn der Bundesparteitag der CDU 2012 auf Antrag des sächsischen Landesverbandes im Beschluß C8 fordert, gesetzwidrige Abtreibungen nur noch bei nachgewiesener Bedürftigkeit aus der Staatskasse zu finanzieren, so wehrt sich das CDU-geführte Sozialministerium mit Klauen und Zähnen, diesen Beschluß wenigstens in Sachsen umzusetzen und die Staatsanwaltschaft des CDU-geführten Justizministeriums scheut sich nicht einmal vor Strafvereitelung im Amte. Hierzu brauchte es weder Parteiprogramm noch Parteitagsbeschlüsse.)

– Mit der AfD und nur durch die AfD und ihre Mobilisierung von Nichtwählern besteht wieder die Möglichkeit, konservative Mehrheiten zu organisieren und die links-rot-grüne Politik des letzten Jahrzehnts zu korrigieren.

Zu 2.: Wir wollen auf jeden Fall mit ihr (Merkel) in die Bundestagswahl gehen.

Auf welchem Podium die CDU intern oder öffentlich zu diesem Konsens gekommen sei, ist mir leider entgangen. Mit Merkel in die nächste Bundestagswahl zu gehen bedeutete, die verheerende Entwicklung der letzten Jahre fortzusetzen und Merkel den Weg in eine rot-grüne Diktatur freizumachen.

1. Seit Beginn ihrer Kanzlerschaft hat sie erfolgreich die DDR-Familien- und Krippenpolitik in bundesdeutsche Wirklichkeit verwandelt.
2. Viele bekannte und verheißungsvolle Politiker unserer Partei hat sie ausgemerzt und abgekocht und die CDU zu einer Partei links der Mitte gemacht.
3. Ohne Sinn und Verstand hat Sie aus rein propagandistischen Gründen die deutschen Kernkraftwerke abschalten lassen, deren Laufzeit nach umfangreicher politischer Debatte gerade verlängert worden war und die zu den sichersten der Welt zählen.
4. Mit einer nie vom Bundestag bestätigten unsäglichen sexistischen Sprachverhunzung und der Indoktrinierung von Schülern und Bürgern mit der Gender-Ideologie betreibt Merkel ebenfalls das Geschäft von Linken und Grünen.
5. In kürzester Frist hat sie die Verträge zur europäischen Währungsunion außer Kraft gesetzt und durch ihren offenkundigen Vertragsbruch unserem Land, seinen Bürgern und dem Gedanken der europäischen Einigung größten Schaden zugefügt.
6. Vorbei am Bundestag, ohne Ermächtigungsgesetz,
sich selbst ermächtigend,
unter Bruch der europäischen Verträge,
unter Bruch der deutschen Gesetze zum Asylrecht
und mit Ihrer Einladung an alle Wohlstandsbedürftigen dieser Welt,
das deutsche Asylrecht zur hemmungslosen Einwanderung zu mißbrauchen,
hat Merkel nicht nur ihren Amtseid gebrochen, sondern offensichtlich rechtswidrig und eigenmächtig gegen den Deutschen Bundestag und die von ihm verabschiedete Gesetzeslage zum Nachteile Deutschlands und seiner Bürger gehandelt.
Der Beifall von SED-Fortsetzungspartei, Grünen und SPD zeigt in wessen Interesse diese Selbstermächtigungspolitik ist, das fehlende Aufbegehren des Bundestages gegen die Entmachtung durch Merkel zeigt das Fehlen demokratischer Kontrolle, selbst bei diktatorischer Anmaßung des Kanzlers.
7. Heute ist klar erkennbar, daß die einflutenden und familiennachziehenden Millionen von Armutsflüchtlingen bei Fortführung Merkelschen Agierens bald nur noch als Invasion fremder Völker, Religionen und Kulturen gegenüber unserem Lande empfunden werden können. Sicherheit, sozialer und kultureller Friede geraten zunehmend in Gefahr.
Mit Asylgewährung für verfolgte Menschen hat das nicht das Geringste zu tun.
8. Aus den Wahlen hervorgehende konservative Mehrheiten würde Merkel durch Zusammenarbeit mit roten und Grünen verhindern.

Die nochmalige Nominierung Merkels als Kanzlerkandidat der CDU würde mich zum sofortigen Parteiaustritt veranlassen. Bitte betrachten Sie mein Schreiben als Beitrag zur inner- und außerparteilichen Debatte.

Mit freundlichem Gruß

Joachim Hadlich
Am Hundsrück 17
09481 Elterlein