25. März 2017

Gendergerechtes Schneeräumen sorgt in Stockholm für Chaos

Quelle: jungefreiheit.de

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STOCKHOLM. Weil die rot-grüne Stadtregierung auf eine „gendergerechte Schneebeseitigung“ bestand, ist die schwedische Hauptstadt am Wochenende im Chaos versunken. Weil aus Gründen der angeblichen Verbesserung der Geschlechtergerechtigkeit Gehwege zuerst geräumt wurden, waren die nach einem unerwartet hohen Schneeaufkommen zugeschneiten Straßen weder für Einsatzkräfte noch für Berufstätige nutzbar.

In der Folge blieben Firmen, Schulen, Kindergärten und Geschäfte geschlossen, Zugstrecken und Autobahnen konnten nicht mehr befahren werden, berichtete die schwedische Zeitung Expressen. Auf den glattgeschaufelten Gehsteigen häuften sich indes die Unfälle. „Ja, es ist offensichtlich, daß es nicht funktioniert hat. Die Frage ist nur warum? War es das Wetter oder die Umstände in der Stadt?“, sagte der Vizebürgermeister und Verkehrsminister Daniel Helldén (Grüne).

Mangel an „geschlechtergerechter Schneeräumung“

Die rot-grüne Stadtkoalition in Stockholm hatte im Vorjahr beschlossen, künftig beim Schneeräumen feministische Aspekte zu berücksichtigen. Eine Untersuchung hätte ergeben, daß Männer auf dem Weg zur Arbeit eher das Auto nutzen als Frauen. Diese seien zwar seltener berufstätig, nutzen aber häufiger die Gehsteige mit dem Fahrrad oder zu Fuß.

Sozialdemokraten und Grüne stellten daraufhin einen „Mangel an geschlechtergerechter Schneeräumung“ fest und ordneten an, Gehsteige zuerst zu räumen. „Die gendergerechte Schneeräumung bewirkte, daß Frauen nicht arbeiten konnten, Kinder zu Hause bleiben mußten und ältere Menschen sich gar nicht mehr außer Haus wagten“, kritisierte indes die stellvertretende Vorsitzende des Verkehrsausschusses, Cecilia Brinck, von der liberal-konservativen Moderaten Sammlungspartei (M) die Folgen der Maßnahme. (vi)