24. Mai 2017

Jungsozialisten fordern Entwaffnung der Polizei

Quelle: jungefreiheit.de

 Die Bremer Jusos fordern eine Entwaffnung der Polizisten Foto: Thomas Schneider/agwelt

Die Bremer Jusos fordern eine Entwaffnung der Polizisten Foto: Thomas Schneider/agwelt

BREMEN. Die Jungsozialisten der SPD (Jusos) in Bremen haben bei ihrer Landesmitgliederversammlung am 8. Oktober die Entwaffnung der Polizei gefordert. Deren Landeschef David Ittekkot sieht in dem Vorstoß eine Erhöhung der Sicherheit: „Unbewaffnete Streifenpolizisten können bürgernäher agieren, da sie von der Bevölkerung weniger bedrohlich wahrgenommen werden.“

Die Gefahr einer entwendeten Dienstwaffe könnte so außerdem besser vermieden werden. Für den „Fall der Fälle“ sieht der junge Sozialist „selbstverständlich bewaffnete Sicherheitskräfte als Verstärkung“ vor. Diese können im Notfall schnell gerufen werden.

Nach dem Vorbild der englischen „Bobbies“ sollten die Einsatzkräfte keine Schußwaffe mehr bei sich tragen dürfen. Die britischen Polizisten kamen in der Regel ohne Pistole aus. Durch die erhöhte Terrorgefahr stattete London in den vergangenen Monaten jedoch 600 dieser Einsatzkräfte mit einer Waffe aus.

Polizei zum Schutz der Bürger

Kritik an dem Vorstoß kam von der Jungen Union sowie der Wählervereinigung Bürger in Wut (BIW). Der Landesvorsitzende der Jungen Union Bremen, Maximilian Neumeyer, sieht den Schutz der Bürger ebenfalls als Aufgabe der Polizei. Da die Polizisten hervorragend an der Dienstwaffe ausgebildet seien, sollten sie diese bei Bedarf auch einsetzen können. „Alles andere zeugt von einem kruden Weltbild und einem gestörten Verhältnis zu Staat und Polizei“, unterstreicht der Nachwuchspolitiker.

„Wer angesichts der steigenden Gewalttaten gegen Polizeibeamte sowie der latenten Terrorgefahr die Forderung nach einer Entwaffnung der Polizeibeamten aufstellt“, riskiere die Gesundheit der Einsatzkräfte und spiele Terroristen regelrecht in die Karten, entgegnete die stellvertretende BIW-Landesvorsitzende Nina Schaardt. Sie forderte mehr Respekt und Anerkennung für die schwierige Arbeit der Polizeibeamten. (vi)