20. August 2017

JVA-Leiter fordert Abschaffung von Gefängnissen

Quelle: jungefreiheit.de

Justizvollzugsanstalt Zeithain. Foto: justiz.sachsen.de

Justizvollzugsanstalt Zeithain. Foto: justiz.sachsen.de

BERLIN. Der Leiter der sächsischen Justizvollzugsanstalt Zeithain, Thomas Galli, hat die Abschaffung aller Gefängnisse in Deutschland gefordert. „Unser deutsches Strafrecht ist überaltert, ungerecht und sozialschädlich“, schrieb Galli in einem Gastbeitrag für das Neue Deutschland.

Kernziel einer Reform müsse die „Auflösung der Institution Gefängnis und deren Ersatz durch sinnvollere Alternativen sein“, forderte Galli. Alternativen seien beispielsweise gemeinnützige Arbeit und elektronisch überwachter Hausarrest. Gefängnisse blieben „im Kern Vergeltung, ohne Wert für die Zukunft“.

Galli: Gefängnisstrafen schädlich

Nach Auffassung des JVA-Leiters seien Gefängnisstrafen grundsätzlich abzulehnen. „Wie soll das auch funktionieren, jemanden in die Gesellschaft zu integrieren, indem man ihn für Jahre aus ihr ausschließt?“ Galli hatte bereits mehrfach die Abschaffung von Haftstrafen gefordert.

In einem Interview mit der Sächsischen Zeitung hatte er mit Blick auf Schwerverbrecher gesagt: „Diese Menschen würde ich in nach außen gesicherten Dorfgemeinschaften unterbringen, in denen sie sich einigermaßen frei bewegen könnten und gemeinnützige Arbeit leisten müßten. Unter dem Strich wäre das für den Steuerzahler um ein Vielfaches günstiger.“ (ho)