21. November 2017

AfD bricht Gespräch mit Zentralrat der Muslime ab

Quelle: jungefreiheit.de

Frauke Petry vor der Presse: Foto: Screenshot Youtube

Frauke Petry vor der Presse: Foto: Screenshot Youtube

BERLIN. Die AfD hat ein Gespräch mit dem Zentralrat der Muslime abgebrochen. „Wir haben das Gespräch beendet, weil Herr Mazyek nicht bereit war, uns nicht als Partei des ‘Dritten Reichs’ zu bezeichnen“, sagte Petry auf einer Pressekonferenz im Anschluß. „Wir sollten hier und jetzt sagen, daß wir unser Programm revidieren.“

Hintergrund für die Einladung des Zentralrats der Muslime war das Anfang Mai beschlossene Parteiprogramm der AfD, in dem es heißt, „der Islam gehört nicht zu Deutschland“. Daraufhin beklagte der Vorsitzende des Zentralrats, Aiman Mazyek, zum ersten Mal seit dem Ende des „Dritten Reichs“ gebe es in Deutschland wieder eine Partei, „die erneut eine ganze Religionsgemeinschaft diskreditiert und sie existenziell bedroht“.

Neben Petry und Mazyek waren auch Niedersachsens AfD-Chef Armin Paul Hampel sowie die Generalsekretärin des Zentralrats der Muslime in Deutschland, Nurhan Soykan, in einem Berliner Hotel zusammengetroffen. Doch zu den Sachfragen, wie die religiöse Praxis moslemischer Gläubiger, wie etwa die Rolle der Frauen im Islam mit dem deutschen Grundgesetz vereinbar sein solle, kam man gar nicht.

Hampel: „Bei solchen Anschuldigungen ist Schluß“

Hampel rechtfertigte gegenüber der JUNGEN FREIHEIT den Abbruch des Gesprächs. „Grundlage für ein Gespräch auf Augenhöhe wäre gewesen, daß Herr Mazyek seinen unsäglichen Vergleich der AfD mit den Nationalsozialisten zurücknimmt. Dazu war er aber leider trotz mehrfacher Aufforderung unsererseits nicht bereit.“

Auch den Vorwurf, die AfD verstoße mit ihren Positionen gegen das Grundgesetz, habe Mazyek nicht revidieren wollen. „Damit war das Thema dann für uns durch“, erläuterte Hampel. „Ich lasse mir von keiner politischen oder religiösen Gruppierung nachsagen, den Geist des ‘Dritten Reiches’ wiederbeleben zu wollen. Das geht nicht. Bei solchen Anschuldigungen ist Schluß, da gibt es dann keine Gesprächsgrundlage mehr.“