22. September 2017

Kommentar zu linksextremer Gewalt: Furchtbare Verharmloser

Quelle: jungefreiheit.de

Foto: Thomas Schneider/agwelt

Foto: Thomas Schneider/agwelt

von Michael Paulwitz

Man kann die Uhr nach ihnen stellen: Der letzte Pflasterstein ist noch nicht geworfen, der letzte getroffene Polizeibeamte noch nicht verbunden, der letzte brennende Müllcontainer noch nicht gelöscht und die Splitter vor den verwüsteten Ladenfronten noch nicht zusammengefegt, schon läuft in Medien und sozialen Netzwerken der Aufmarsch der furchtbaren Verharmloser an.

Kurze sinngemäße Blütenlese nach dem Leipziger Straßenschlacht-Samstag: Das hat doch alles nichts mit Linksextremismus zu tun. Die können ja gar nicht anders, die armen Autonomen, wo doch die Andersdenkenden von Pegida immer noch frei rumlaufen (Hanning Voigts, „Rechtsextremismus-Experte“ bei der Frankfurter Rundschau und anderen scheintoten Linkspostillen).

Regelmäßige Ausbrüche linken Terrors

Und im übrigen: Schlimm ist doch nur, wenn „Flüchtlinge“ angegriffen werden, oder? (Katharina König, kommunistische Agitatorin mit Landtagsmandat und notorisch übergriffigem Antifa-Papa). „Schwere Randale/Krawalle bei Rechten-/Neonazi-Demo in Leipzig“ (Berliner Zeitung, Berliner Morgenpost und weitere Organe der wahrheitsliebenden Qualitätspresse).

Unbenannt

Geübte Zwischen-den-Zeilen-Leser wissen natürlich: Ein kleines rechtes Häuflein, in dem Fall die bedeutungslose Kleinpartei „Die Rechte“, hat eine Demo veranstaltet („Aufmarsch“ im politkorrekten Einheitsjargon), und militante Linksextreme haben das zum Anlaß genommen, den Bürgerkrieg zu proben. Wieder einmal. 69 verletzte Polizeibeamte, 50 zerstörte Fahrzeuge, weitere Verletzte und erhebliche Sachschäden sowie 23 Festnahmen sind die Bilanz der seit langem schwersten Krawalle in der Sachsen-Metropole.

Unbenannt

Und, ächten jetzt „alle Demokraten“ gemeinsam den Linksextremismus? Rufen sie einmütig zum „Kampf gegen links“? Solidarisiert sich jemand mit den Leipziger Bürgern, die regelmäßig von Ausbrüchen linken Terrors heimgesucht werden?

Aber nein, Linksfraktion und SPD-Bundestagsabgeordnete scheint am meisten zu sorgen, daß das „Engagement gegen Nazis und Menschenfeinde“ durch die linken Gewaltexzesse diskreditiert und „beschädigt“ werden könnte.

Klammheimliche Sympathisanten in den Redaktionsstuben

Dabei sind es gerade solche Pauschal-Diffamierungen Andersdenkender, die erst die Bürgerkriegsatmosphäre erzeugen, in der linksextreme Vollstrecker sich berechtigt fühlen, den Rechtsstaat und das staatliche Gewaltmonopol mit allen Mitteln anzugreifen.

Und die klammheimlichen Sympathisanten in den Redaktionsstuben und Politikzentralen, die ihre Taten verharmlosen und relativieren, Straftäter nach Gesinnung sortieren und mit manipulativen Formulierungen zuverlässig linke Gewalt instrumentalisieren, um ihre „Nazi“-Feindbilder zu füttern, helfen kräftig mit bei der Demontage.

Mit den Straftätern selbst, egal welcher Couleur, würden Justiz und Polizei wohl fertig, wenn man sie denn ließe. Die Kollaborateure, Deckunggeber und Schreibtischtäter sind die größere Herausforderung. Auf der Linken zählen sie nach Legionen.