11. Dezember 2017

Sächsischer Landesbischof: Die Öffnung des Pfarrhauses war richtig

Quelle: idea.de

Jochen Bohl, Buntstiftzeichnung, Foto: privat

Jochen Bohl, Buntstiftzeichnung, Foto: privat

Dresden (idea) – Die Öffnung des Pfarrhauses für homosexuelle Partnerschaften in der sächsischen Landeskirche war richtig. Das sagte deren scheidender Landesbischof Jochen Bohl (Dresden) in einem Interview mit der Evangelischen Nachrichtenagentur idea.

Der 65-Jährige, der auch stellvertretender Vorsitzender des Rates der EKD ist, wird am 29. August nach elf Jahren aus dem Amt verabschiedet.

Anfang 2012 hatte die sächsische Kirchenleitung beschlossen, in seelsorgerlich begründeten Einzelfällen sowie bei Zustimmung der Kirchengemeinde und des zuständigen Superintendenten homosexuelle Pfarrerinnen und Pfarrer mit ihren Partnern im Pfarrhaus zusammenleben zu lassen. Das hatte eine Kontroverse innerhalb der Landeskirche ausgelöst und zu Kirchenaustritten geführt.

Nach Bohls Worten war die Zeit reif, zu einer Entscheidung zu kommen: „Über Homosexualität diskutieren wir in der sächsischen Landeskirche seit 30 Jahren.“ Der äußere Anlass sei die Entscheidung des Bundestages über die eingetragene Lebenspartnerschaft gewesen. Bohl: „Es gibt nun mal auch Pfarrer, die das für sich in Anspruch nehmen wollen. Ausweichen konnte die Landeskirche nicht.“ Bislang machten drei oder vier Theologen mit ihren Partnern von der Regelung Gebrauch, erklärte er auf Nachfrage. [Weiterlesen]