21. September 2017

Prediger, habt „Mut zur Unpopularität“!

Quelle: idea.de

Karl-Heinz Göttert. Foto: A. Savin

Karl-Heinz Göttert. Foto: A. Savin

Wetzlar (idea) – Pastoren sollten den Mut zu provozierenden Aussagen haben. Das wünscht sich der Literaturwissenschaftler Prof. Karl-Heinz Göttert (Köln).

„Einen Verkündiger, der den Leuten nur nach dem Munde redet, braucht keiner. Also Mut zur Unpopularität! Wer soll es denn sonst machen?“, fragt Göttert in einem Interview mit der Evangelischen Nachrichtenagentur idea (Wetzlar).

Politiker seien „notorische Feiglinge“. Sie sagten nicht immer die Wahrheit, und jeder wisse das. „Prediger haben gute Chancen auf Gehör, wenn sie sich davon absetzen“, so Göttert, der Autor des Buches „Mythos Redemacht. Eine andere Geschichte der Rhetorik“ (S. Fischer Verlag) ist.

Zur Frage, warum die Bedeutung der Predigt abnehme, erklärte Göttert, es sei unsinnig, Pfarrern mangelndes Rednertalent vorzuwerfen. Mit Schuldzuschreibungen sei nichts gewonnen: „Die Kirche sollte ihre Hoffnungen jedenfalls nicht auf die Rhetorik setzen. Selbst wenn man alle Pastoren in Rhetorik-Seminare schicken würde, werden deswegen die Leute nicht in Massen in die Kirche strömen. Von der sprachlichen Verpackung allein wird nicht die Rettung kommen. Wichtiger scheint mir… [Weiterlesen]