23. September 2017

CDU-Politiker verteidigt Asyl-Äußerungen

Quelle: jungefreiheit.de

Alexander Krauß: Der CDU-Politiker fordert eine Unetrscheidung zwischen Asylbewerbern und Wirtschaftsflüchtlingen Foto: alexander-krauss.com

Alexander Krauß: Der CDU-Politiker fordert eine Unetrscheidung zwischen Asylbewerbern und Wirtschaftsflüchtlingen Foto: alexander-krauss.com

BERLIN. Der sächsische CDU-Landtagsabgeordnete Alexander Krauß hat die Kritik an seinen Äußerungen zum Thema Asyl zurückgewiesen. „Ich bin sehr sicher, daß die Mehrheit der CDU-Mitglieder und der Bevölkerung meine Meinung teilt“, sagte Krauß der JUNGEN FREIHEIT. Er sehe die Anwürfe daher recht gelassen. Die Reaktionen, die er bislang per Post, Email und Telefon erhalten habe, seien mit großer Mehrheit zustimmend.

Zuvor hatte die frühere sächsische Sozialministerin Christine Weber (CDU) Krauß aufgefordert, sich eine andere Partei zu suchen. Hintergrund war dessen Forderung, Asylbewerber in Haft zu nehmen, wenn diese ihre Pässe wegwerfen und ihre Herkunft verschleiern und so die Asylverfahren behindern. Auch sprach er sich gegen die Aufnahme von Wirtschaftsflüchtlingen aus.

„Ich bin entsetzt, daß Politiker mit Verantwortung und einer Funktion in der CDU so etwas sagen“, empörte sich die frühere Sozialministerin gegenüber der Freien Presse. „Alexander Krauß zündelt, anstatt aufzuklären.“ Er solle sich deswegen „eine andere Partei suchen“, forderte Weber.

„Gewohnte Beißreflexe“

Auch Politiker von Linkspartei, SPD und Grünen hatten die Äußerungen des CDU-Landtagsabgeordneten kritisiert. Mehrere Ausländer- und Flüchtlingsinitiativen warfen ihm eine „undifferenzierte Abwertung geflüchteter Menschen“ vor.

Krauß rechtfertigte jedoch seine Forderung, zwischen verschieden Gruppen von Asylbewerbern zu unterscheiden. „Die Gutmenschen von links beklagen, daß ich Flüchtlinge in zwei Gruppen einteile“, schrieb er auf Facebook. Dies sei richtig.

„Es gibt Menschen aus Syrien und anderen Ländern, die unsere Unterstützung verdient haben, weil sie verfolgt sind oder aus Kriegsgebieten kommen. Und es gibt zum Beispiel Albaner und Serben, die bei uns Asyl beantragen, aber nicht verfolgt sind.“ Daß bei Grünen und Linken nun die „gewohnten Beißreflexe“ einsetzten, zeige nur, daß er das richtige Thema angesprochen habe.

Flüchtlingsbeauftragter: Äußerungen sind populistisch

Auf scharfe Kritik stieß Krauß mit seinen Äußerungen beim Koordinator für Asyl- und Flüchtlingsarbeit der Diakonie, Michael Beyerlein, der ihn beschuldigte, Stimmung gegen Asylbewerber zu machen. „Ich habe das Gefühl, er versucht, die AfD rechts zu überholen. Daß das C im Namen seiner Partei für das Christliche steht, hat er offenbar vergessen“, sagte Beyerlein der Freien Presse.

Die Äußerungen seien schlicht populistisch. Es sei absurd, zu behaupten, Asylbewerber würden ihre Pässe wegwerfen, um ihre Herkunft zu verschleiern. „In der Mehrzahl der Fälle nehmen Schlepper den Menschen die Pässe weg“, erläuterte der kirchliche Flüchtlingsbeauftragte für den Kreis Erzgebirge.

Beyerlein war in den achtziger und neunziger Jahren bei den Republikanern in Oberfranken aktiv und nach eigenen Angaben sogar „Duzfreund“ von Republikaner-Gründer Franz Schönhuber. Durch den christlichen Glauben habe er jedoch seine Ansichten geändert. Heute ist er mit einer Uganderin verheiratet. Über seine Zeit bei den Republikanern sagte Beyerlein im April der Zeit: „Damals waren wir die Nazis in Nadelstreifen, heute sind es die AfD- oder Pegida-Vertreter.“ (krk)