22. September 2017

Kramp-Karrenbauer wehrt sich gegen Vorwurf der Volksverhetzung

Quelle: jungefreiheit.de

Die saarländische Ministerpräsidentin Annegret Kramp-Karrenbauer. Foto: facebook.com/Annegret.KrampKarrenbauer

Die saarländische Ministerpräsidentin Annegret Kramp-Karrenbauer. Foto: facebook.com/Annegret.KrampKarrenbauer

BERLIN. Die saarländische Ministerpräsidentin Annegret Kramp-Karrenbauer (CDU) hat den Vorwurf der Volksverhetzung zurückgewiesen. „Ich habe die gleichgeschlechtliche Ehe nicht mit Inzest oder Polygamie gleichgesetzt“, verteidigte sich Kramp-Karrenbauer auf Facebook.

Zuvor hatte die Berliner Rechtsanwältin Sissy Kraus auf Facebook angekündigt, Strafanzeige wegen Volksverhetzung gegen die CDU-Politikerin zu erstatten. Kraus bezeichnete Kramp-Karrenbauers Äußerung als grob diffamierend. „Diese Äußerung ist nicht mehr nur homophob, sondern menschenverachtend und in ihrem Gehalt gleichzusetzen mit den ähnlich verachtenden Äußerungen 1933-1945“, schrieb die Anwältin.

Kritik aus der SPD

Auch die SPD-Generalsekretärin Yasmin Fahimi sah die Äußerungen Kramp-Karrenbauers kritisch. „Daß die Union eine Ehe von Schwulen und Lesben mit Inzucht gleichsetzt, ist ein Schlag ins Gesicht hunderttausender gleichgeschlechtlicher Partnerschaften“, twitterte Fahimi.

Die saarländische Ministerpräsidentin hatte am Dienstag in einem Gespräch mit der Saarbrücker Zeitung vor der Homo-Ehe gewarnt. Ihrer Meinung nach seien nach der Einführung gleichgeschlechtlicher Eheschließungen „andere Forderungen nicht auszuschließen, etwa eine Heirat unter engen Verwandten oder von mehr als zwei Menschen“. (cop)