22. September 2017

Debatte über christlichen Umgang mit Schwulen entbrannt

Quelle: idea.de

Der Theologieprofessor Siegfried Zimmer. Foto: worthaus.org

Der Theologieprofessor Siegfried Zimmer. Foto: worthaus.org

Ludwigsburg/Augsburg (idea) – Im Internet ist eine Debatte über den Umgang von Christen mit Homosexuellen entbrannt.

Auslöser war ein Vortrag des Theologieprofessors Siegfried Zimmer (Ludwigsburg) zum Thema „Die schwule Frage – Die Bibel, die Christen und das Homosexuelle“. Innerhalb von zwei Monaten haben die Rede auf YouTube mehr als 5.500 Interessierte angeklickt.

Zimmer fordert darin, Christen dürften Schwule und Lesben nicht länger ausgrenzen und sich dabei auf die Bibel berufen. In keiner der antiken Sprachen habe es ein Wort für Homosexualität gegeben. Auch in der Bibel werde sie lediglich umschrieben, etwa wenn es heiße, dass ein Mann nicht neben einem Mann liegen solle wie neben einer Frau. Während Jesus etwa ganz häufig über Reichtum gesprochen habe, komme Homosexualität bei ihm nicht vor, sagte Zimmer. Es gebe „fromme fehlgeleitete Leute“, die meinten, Jesus äußere sich indirekt dazu: „Das tut er aber nicht. Falls man bibeltreu wäre, müsste man entsprechende Schlüsse daraus ziehen.“

Zimmer appellierte an die Fairness und die Sachbezogenheit aufgeschlossener Christen, diesen Tatbestand angemessen zu würdigen. Es sei der modernen Bibelwissenschaft zu verdanken, dass Homosexuelle heute nicht mehr unter Berufung auf die Bibel verurteilt würden. Die frommen Kreise hätten dabei versagt: „Bekehrte Christen haben die Verfolgung Schwuler nicht bekämpft.“ [Weiterlesen]