19. September 2017

Morddrohungen gegen Bürgermeisterkandidat

Quelle: jungefreiheit.de

Foto: Thomas Schneider/agwelt

Foto: Thomas Schneider/agwelt

DRESDEN/KIEL. Der auch von der AfD unterstützte Bürgermeisterkandidat für die Gemeinde Annaberg-Buchholz, Rolf Schmidt, steht nach einer Morddrohung unter Polizeischutz. Mutmaßliche Linksextremisten schickten dem Politiker einer freien Wählergemeinschaft eine scharfe Patrone und forderten ihn in einem Brief auf, seine Kandidatur zurückzuziehen.

„Ich vermute, daß die Täter aus dem politisch linken Lager kommen, da es in der Vergangenheit vermehrt zu Übergriffen durch Linksextremisten in Sachsen auf AfD-Politiker und Sympathisanten unserer Partei kam, ohne daß die Altparteien politisch konzentriert dagegen vorgehen“, sagte der sächsische AfD-Landtagsabgeordnete Carsten Hütter. Schmidt hatte im ersten Wahlgang 46,4 Prozent der Stimmen erhalten und gilt als Favorit für die Stichwahl.

Bereits in der Vergangenheit hatten Linksextremisten Patronen als Morddrohungen verschickt. 2011 erhielt der damalige Innenminister Hans-Peter Friedrich (CSU) eine Patrone vom Kaliber 8 mm. Im Internet bekannten sich die „Revolutionären Aktionszellen (RAZ)“ zu der Tat. Die nächste Zustellung erfolge „per Expreß“.

Grüne: Beschwerden über Linksextremisten sind „undemokratisch“

Zudem kam es erneut zu einem Anschlag auf ein Bürgerbüro der AfD im sächsischen Mittweida. Die Täter beschmierten die Fassade des Hauses mit Farbe und brachten Plakate mit Pro-Asyl-Parolen an den Scheiben an.

Auch in Schleswig-Holstein nimmt die linksextreme Szene die AfD ins Visier. Mehrere „Antifa“-Gruppierungen riefen dazu auf, den Landesparteitag der Euro-Kritiker zu stören. Die AfD forderte die Landesregierung aus SPD, Grünen und dänischer Minderheit auf, den Parteitag zu schützen.

Der stellvertretende Vorsitzende der Grünen-Fraktion Rasmus Andresen schrieb daraufhin, die AfD-Beschwerde gegen die linksextremen Proteste sei „extrem dünnhäutig und undemokratisch“. (ho)