25. Februar 2018

Pegida will bei Bürgermeisterwahl in Dresden kandidieren

Quelle: jungefreiheit.de

Rathausturm Dresden. Foto: Hufeisennase/pixelio.de

Rathausturm Dresden. Foto: Hufeisennase/pixelio.de

DRESDEN. Die islamitische Bewegung Pegida will im Juni mit einem eigenen Kandidaten zur Oberbürgermeisterwahl in Dresden antreten. Das kündigte Pegida-Chef Lutz Bachmann am Montag abend während der 15. Demonstration des Bündnisses in der Elbstadt an. Derzeit stünden drei Kandidaten bereit, sagte Bachmann. Die Auswahl solle in den kommenden Tagen getroffen werden.

Es war die zweite Demonstration seit dem Auseinanderbrechen des Organisationsteams von Pegida. Laut Polizeiangaben folgten etwa 4.300 Teilnehmer dem Aufruf und damit über 2.000 mehr als in der vergangenen Woche. Bachmann sprach von 10.300 Teilnehmern. Diese Zahl sei von einer von Pegida beauftragten Anwaltskanzlei ermittelt worden.

„Beendigung jeglicher Kriegstreiberei“

In seiner Rede forderte Bachmann alle Moslems in Deutschland auf, sich von islamischem Terror klar zu distanzieren. Zudem stellte er ein Zehn-Punkte-Programm vor, auf das sich die verschiedenen Pegida-Bündnisse in Deutschland am vergangenen Wochenende geeinigt hatten. In den „Dresdner Thesen“ wird unter anderem die Verarmung des Mittelstands und der „Arbeiterklasse“ beklagt und der Schutz und Erhalt der deutschen Kultur und Sprache sowie der sexuellen Selbstbestimmung gefordert.

Politischem und religiösem Fanatismus müsse Einhalt geboten werden und Asylbewerber sollten dezentral untergebracht werden. Außerdem brauche es eine „Reformation der Familienpolitik sowie des Bildungs-, Renten- und Steuersystems“ sowie die Einführung von Volksentscheiden auf Bundesebne. Zudem fordert Pegida die „sofortige Normalisierung des Verhältnisses zur russischen Föderation und Beendigung jeglicher Kriegstreiberei“.

Ableger von Pegida demonstrierten am Montag unter anderem auch in Leipzig (Legida) und Chemnitz (Cegida) In Leipzig war der Legida-Bewegung ein Demonstrationszug durch die Innenstadt gerichtlich verboten worden. Zu der stationären Kundgebung der Islamkritiker kamen laut Polizeiangaben etwa 650 Personen. In Chemnitz zählte die Polizei etwa 500 Teilnehmer. (krk)