18. Oktober 2017

Test auf Down-Syndrom sorgt für Kritik

Quelle: jungefreiheit.de

Hubert Hüppe, hier beim letzten Marsch für das Leben. Foto: Thomas Schneider/agwelt

Hubert Hüppe, hier beim letzten Marsch für das Leben. Foto: Thomas Schneider/agwelt

BERLIN/UNNA. Scharfe Kritik haben Lebensschützer an einer möglicherweise bevorstehenden Kostenübernahme des sogenannten Praena-Tests durch die gesetzlichen Krankenkassen geübt. Bei diesem Test kann im Blut der Schwangeren festgestellt werden, ob ihr ungeborenes Kind möglicherweise einen Gendefekt (Trisomie 21 beziehungsweise Down-Syndrom) aufweist.

Dieser Bluttest „dient keiner Therapie, sondern der Selektion von Menschen mit Trisomie 21“, stellte der Bundestagsabgeordnete und stellvertretender Bundesvorsitzender der Christdemokraten für das Leben, Hubert Hüppe (CDU), fest. Damit, so der frühere Behindertenbeauftragte der Bundesregierung, würden Menschen mit Down-Syndrom diskriminiert.

Viele behinderte Kinder werden abgetrieben

Hüppe verweist in diesem Zusammenhang darauf, daß in Ländern, in denen dieser Bluttest bereits eingeführt wurde, bei über 90 Prozent der identifizierten Kinder mit Down-Syndrom eine Abtreibung stattfinde. Aus diesem Grund dürfe der Test weder von Krankenkassen noch aus öffentlichen Mitteln gefördert werden, fordert Hüppe.

Recherchen der Wochenzeitung Die Zeit zufolge soll noch in diesem Jahr eine Studie zur Überprüfung der Bluttest-Methode beginnen. Sie könnte die bisherige, wesentlich risikoreichere Fruchtwasseruntersuchung ablösen und dann von den gesetzlichen Krankenkassen bezahlt werden. Lebensschützer und Kirchenvertreter befürchten, daß mehr Frauen diesen Test machen lassen und sich dadurch bei entsprechendem Ergebnis für eine Abtreibung entscheiden. (vo)