20. Oktober 2017

„Das ist wie Staatsfernsehen“ – Scharfe Kritik an Bodo-Ramelow-Sendung

Quelle: jungefreiheit.de

LinkeThüringen

ERFURT. Die Kritik an einer geplanten Fernsehsendung des Lokalsenders Salve TV mit dem Thüringer Ministerpräsidenten Bodo Ramelow (Linkspartei) reißt nicht ab. In „Ramelow & Co“ soll Ramelow ohne Zwischenfragen seine eigene Politik kommentieren. „Das ist wie Staatsfernsehen, das geht so nicht“, sagte der SPD-Bundestagsabgeordnete Steffen Lemme (SPD).

Auch die Thüringer Landesmedienanstalt zeigte sich wenig begeistert über die Pläne des Ministerpräsidenten. „Ich habe Bedenken gegen die Sendung“, sagte der Vorsitzende des Rechtsausschusses Thomas Damm der Thüringer Allgemeinen. Es müsse nun geprüft werden, ob das „Gebot der Staatsferne“ verletzt werde. Die Landesmedienanstalt unterstützt Salve TV mit etwa 100.000 Euro im Jahr.

Sender sieht Kampagne

Medienwissenschaftler zeigten sich entsetzt über die geplante Sendung. „Hier verabschieden wir uns vom Journalismus“, sagte der Geschäftsführer des Medienforschungsinstituts „Formatt“, Horst Röper. Eine „wie von der Verfassung geforderte unabhängige, staatsferne, überparteiliche und objektive Informationsvermittlung“ könne so nicht stattfinden.

Der Haupteigentümer von Salve TV, Klaus-Dieter Böhm, der seit Jahren mit Ramelow bekannt ist, wies die Kritik zurück. Es handele sich um eine Kampagne gegen die rot-rot-grüne Landesregierung. (ho)