23. Oktober 2017

Bhutan: Pastor Tandin Wangyal ist frei!

Quele: OpenDoors

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(Open Doors) – Der bhutanische Pastor Tandin Wangyal befindet sich nach Zahlung einer Geldstrafe wieder auf freiem Fuß. Das seit März 2014 laufende Verfahren gegen ihn ist damit beendet. Das Bezirksgericht von Samtse entschied im Berufungsverfahren, das ursprüngliche Strafmaß von fast vier Jahren auf zwei Jahre und vier Monate oder die Zahlung einer Geldstrafe von umgerechnet 1.400 Euro zu senken. Nach Informationen von World Watch Monitor hat Tandin die Summe bereits gezahlt und konnte darauf nach Hause zurückkehren.

Anlass: Nicht genehmigte christliche Versammlung Im März

2014 war Pastor Tandin zusammen mit einem anderen Pastor, Mon Thapa, verhaftet und in der Folge wegen „Durchführung einer christlichen Versammlung und Vorführung eines Filmes ohne Genehmigung“ sowie der „Veruntreuung öffentlicher Gelder“ angeklagt worden. Anlass war ein Treffen mit etwa 30 Christen gewesen, die um ein Seminar gebeten und zum Teil selbst lange Anreisen zu dem Treffpunkt auf sich genommen hatten. Zur Einführung hatte Tandin ein christliches Musikvideo gezeigt. Den schwerwiegenden Vorwurf, er habe Menschen unter Druck zum christlichen Glauben „verführen“ wollen, entkräftete er mit dem Hinweis, alle Anwesenden seien ohnehin Christen gewesen. Die Polizei bestätigte dies später. Während sein Kollege durch Zahlung einer Geldstrafe freikam, erhielt Tandin ein härteres Urteil und ging daraufhin in Berufung. In seinem schriftlichen Einspruch schilderte er unter anderem seinen persönlichen Glaubensweg und betonte, die Christen in Bhutan beteten für ihr Land und dessen König.

Während der Berufungsverhandlung waren auch Tandins Frau Nengboi und seine Söhne Kuenrab und Phuensum anwesend. Zu ihrer Überraschung erteilte der Richter auch ihnen das Wort, versicherte ihnen jedoch, ihre Stellungnahmen würden nicht ins Protokoll aufgenommen.

Christen werden als Bedrohung der bhutanischen Identität wahrgenommen

Bis zu den ersten demokratischen Wahlen im Jahr 2008 existierte die Kirche im Königreich Bhutan fast vollständig im Untergrund. Seitdem gibt es kleine Fortschritte, doch Christen haben weiterhin keinen Rechtsstatus und sind stark von der Willkür der Behörden und der Gunst ihrer Nachbarn abhängig. Der Buddhismus gilt als zentrales Element der bhutanischen Identität und damit als Garant für den Fortbestand der heimischen Tradition und Kultur. Auf dem Weltverfolgungsindex rangiert Bhutan aktuell an 31. Stelle unter den Ländern, in denen Christen am stärksten bedrängt werden.

Quelle: World Watch Monitor