12. Dezember 2017

Niedersachsen: Petition macht Front gegen Frühsexualisierung

Quelle: jungefreiheit.de

Foto: Dieter Schütz/pixelio.de

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HANNOVER. Die rot-grüne Landesregierung in Niedersachsen plant eine verbindliche Thematisierung von „Homo-, Bi-, Trans- und Intersexualität“ in allen Schulen. Gegen einen entsprechenden Antrag formiert sich im Internet nun jedoch zunehmend Widerstand. Eine Petition des Freie-Wähler-Politikers Gerriet Kohls gegen den Vorstoß konnte bisher mehr als 2.700 Unterschriften sammeln.

Konkret sieht der Antrag von SPD und Grünen unter anderem vor:

– die Lehrer für Fragen der „Diversität“ von „sexuellen und geschlechtlichen Identitäten“ zu sensibilisieren.

– die „Vielfalt sexueller Identitäten“ als Kriterium bei der Anschaffung neuer Schulbücher festzulegen.

– zu prüfen, ob Homo-, Bi-, Trans- und Intersexualität in allen Klassenstufen ausreichend thematisiert werden.

– Schulprojekte zu fördern, die „eine Begegnung mit Menschen unterschiedlicher sexueller und geschlechtlicher Identität“ ermöglichen.

– Anti-Mobbing-Konzepte stärker zu fördern.

– die Schulen zu verpflichten, sich stärker mit Problemen von sexuellen Minderheiten zu beschäftigen.

Gegner befürchten Beeinflussung von Kindern

Die beiden Parteien begründen den Vorstoß mit dem angeblich zunehmend „homophoben Klima“ an Schulen. So seien Wörter wie „Schwuchtel“ oder „Lesbe“ bis heute gebräuchliche Schimpfnamen auf Schulhöfen. Dies trage dazu bei, daß „sich nur wenige lesbische schwule, bi-, inter- oder transsexuelle Lehrkräfte outen“, beklagten SPD und Grüne.

Die Gegner der Initiative fordern dagegen, daß keine Beeinflussung der sexuellen Orientierung in den Schulen zugelassen wird. „Den Kindern soll die Kindheit erhalten bleiben. Die Darstellung konkreter Sexualpraktiken hat daher in der Grundschule nichts zu suchen“, heißt es in der Petition. Der Grundsatz müsse lauten, „daß die Sexualität eine höchst private Angelegenheit ist, aus der sich Staat und Interessensgruppen herauszuhalten haben“. Nach Angaben von Initiator Kohl hat der Petitionsausschuß des niedersächsischen Landtags versprochen, sich mit der Eingabe zu befassen. Wann der Antrag im Landtag behandelt wird, ist noch unklar. (ho)