22. September 2017

Ex-Bundespräsident Wulff erhält Toleranzpreis

Quelle: jungefreiheit.de

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TUTZING. Christian Wulff erhält den Toleranzpreis der Evangelischen Akademie Tutzing. Der frühere Bundespräsident wird für sein „leidenschaftliches Werben für einen verstärkten Dialog mit dem Islam“ ausgezeichnet, sagte Akademiedirektor Udo Hahn. Mit seinen Ausspruch, der Islam gehöre zu Deutschland, habe er „einen wichtigen Beitrag zur Integration von Muslimen geleistet“.

Zudem ehrt die zur EKD gehörende Evangelisch-Lutherische Kirche in Bayern den CDU-Politiker für sein Engagement „für eine Gesellschaft, die offen ist für kulturelle Vielfalt und für die Auseinandersetzung mit Fremden und Fremdem“. Die Laudatio soll die Islamwissenschaftlerin Hilal Sezgin halten.

Mehrheit der Deutschen teilt Wullfs Meinung nicht

In der Kategorie „Zivilcourage“ wurde die FAZ-Kolumnistin und Sprecherin des Chaos Computer Clubs Constanze Kurz ausgezeichnet. Sie werde für ihr „vorbildliches Engagement als unbequeme Mahnerin auf dem Gebiet des Datenschutzes und der Datensicherheit geehrt“, betonte Hahn.

Der undotierte Toleranzpreis wird seit 2000 alle zwei Jahre von der Akademie vergeben. Bisherige Preisträger waren unter anderem der frühere Bundespräsident Roman Herzog, der Dirigent Daniel Barenboim, der Schriftsteller Henning Mankell sowie Bundesminister Wolfgang Schäuble und der Musiker und Komponist Peter Maffay.

Wulffs Islam-Äußerungen hatten 2012 eine Debatte über den Islam in Deutschland ausgelöst. Umfragen zeigen, daß die Mehrheit der Deutschen die Ansicht des zurückgetretenen Bundespräsidenten nicht teilt. (ho)