20. September 2017

Die Debatte um Sterbehilfe wird schärfer

Quelle: idea.de

Die stellvertretende Vorsitzende der SPD-Fraktion Carola Reimann. Foto: carola-reimann.de/presse/pressefoto

Die stellvertretende Vorsitzende der SPD-Fraktion Carola Reimann. Foto: carola-reimann.de/presse/pressefoto

Berlin (idea) – Im Bundestag zeichnet sich eine heftige Auseinandersetzung um organisierte Sterbehilfe ab.

Führende Unionspolitiker wie Bundesgesundheitsminister Hermann Gröhe und Fraktionschef Volker Kauder wollen diese Form der Beihilfe zum Suizid gesetzlich verbieten.

Widerspruch kommt jetzt von der stellvertretenden Vorsitzenden der SPD-Fraktion Carola Reimann. Sie hält ein solches Verbot für ein „verheerendes Signal des Gesetzgebers an die Bürger“, wie sie der Zeitung „Die Welt“ (Berlin) sagte. Schon heute wagten es viele schwerkranke Menschen nicht, mit ihrem Arzt vertrauensvoll über eine Beendigung ihrer Leiden zu sprechen. Ärzte befürchteten, sie würden sich strafbar machen. Zudem hat nach Reimanns Überzeugung dieses Thema nichts im Strafrecht zu suchen. Der Bundestag müsse nach anderen Wegen suchen, um die problematische Tätigkeit von Sterbehilfe-Vereinen einzuschränken oder zu unterbinden. Ein Verbot würde etwa der Schweizer Organisation „Dignitas“ weitere Kunden zutreiben.

Reimann koordiniert zusammen mit ihren Kollegen Eva Högl und Karl Lauterbach die Meinungsbildung zum Thema der organisierten Sterbehilfe in ihrer Fraktion. Die Union möchte, dass der Bundestag im Herbst 2015 ohne Fraktionszwang über ein Verbotsgesetz abstimmt. [Weiterlesen]