18. Oktober 2017

Indonesien: Christen bangen um Glaubensfreiheit

Quelle: idea.de

Flagge_Indonesien

Jakarta (idea) – Die Präsidentschaftswahl im überwiegend muslimischen Indonesien schürt Befürchtungen, dass die Glaubensfreiheit religiöser Minderheiten weiter eingeschränkt wird.

Am 9. Juli waren in dem südostasiatischen Land rund 190 Millionen Stimmberechtigte zu den Wahlurnen gerufen. Zwei Kandidaten bewarben sich um die Nachfolge von Präsident Susilo Bambang Yudhoyono, der nach seiner zehnjährigen Amtszeit nicht mehr antreten durfte.

Christen setzen ihre Hoffnung überwiegend auf den ehemaligen Gouverneur der Hauptstadt Jakarta, Joko Widodo, genannt „Jokowi“. Er gilt als indonesischer „Obama“, dem er auch ähnlich sieht. Von ihm versprechen sich religiöse Minderheiten eher Schutz als von seinem Kontrahenten, Ex-General Prabowo Subianto. Beide sind Muslime, doch wird Prabowo auch von Extremisten unterstützt. „Wenn er gewählt wird, wird die religiöse Intoleranz in dem bevölkerungsreichsten islamischen Staat noch weiter zunehmen“, sagt Ulrich Delius (Göttingen), Asienreferent die Gesellschaft für bedrohte Völker, voraus.

Eine Stunde nach Schließung der Wahllokale lag Jokowi nach ersten Hochrechnungen mit 52,6 Prozent vor Prabowo (47,4 Prozent). Dessen Wahl wäre ein laut Delius ein „katastrophales Zeichen für Südostasien“, da die Religionsfreiheit auch in Malaysia, Vietnam, Laos und Birma massiv gefährdet sei. In Indonesien gebe es schon heute mindestens 147 Verordnungen und Gesetze, die Christen, Schiiten, Sufis, Ahmadiyyah, Buddhisten, Bahai’i, Hindus und Anhänger von Stammesreligionen diskriminieren. [Weiterlesen]