20. September 2017

Kirchentag: Messianische Juden sind unerwünscht

Quelle: idea.de

Das Motto des Kirchentages zum Nachdenken. Foto: kirchentag.de

Das Motto des Kirchentages zum Nachdenken. Foto: kirchentag.de

Stuttgart (idea) – Das Präsidium des Deutschen Evangelischen Kirchentags schließt eine Mitwirkung messianisch-jüdischer Gruppen und ihrer christlichen Unterstützer beim nächsten Protestantentreffen 2015 in Stuttgart aus. Es will jedoch eine Informationsveranstaltung über diese Bewegung anbieten. Das teilten die Präsidiumsmitglieder Christina Aus der Au (Zürich) und Prof. Christl M. Maier (Marburg) auf der Internetseite des Kirchentags mit.

In Deutschland gibt es etwa 40 messianische Gemeinden, deren jüdische Mitglieder Jesus für den im Alten Testament angekündigten Erlöser des Volkes Israel halten. Sie verstehen sich als Teil des jüdischen Volkes und seiner Traditionen und wollen nicht Christen genannt werden.

Das Kirchentagspräsidium wirft ihnen vor, Juden missionieren zu wollen. Damit gefährdeten sie den jüdisch-christlichen Dialog. Ihre „Ignoranz und Überheblichkeit“ sei mit dem Selbstverständnis des Kirchentages unvereinbar. In der Stellungnahme des Präsidiums, das einen Beschluss aus dem Jahr 1999 bekräftigt, heißt es: „Das Bekenntnis des christlichen Glaubens, dass Jesus für alle gestorben ist, darf nicht die Folgerung haben, Jüdinnen und Juden fehle etwas zum Heil, wenn sie dieses Bekenntnis nicht teilen.“ Ein christlicher „Vormundschaftsanspruch“ müsse überwunden werden. [Weiterlesen]