18. Oktober 2017

Putin gilt als „eine Art Heilsfigur“

Quelle: idea.de

Wladimir Putin bei Madame Tussauds in London. Foto: Thomas Schneider/agwelt.de

Wladimir Putin bei Madame Tussauds in London. Foto: Thomas Schneider/agwelt.de

Omsk/Stuttgart (idea) – Der russische Staatspräsident Wladimir Putin gilt in seiner Heimat als „eine Art Heilsfigur“. Das berichtet der Bischof der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Ural, Sibirien und Fernen Osten (ELKUSFO), der schwäbische Pietist Otto Schaude (Omsk/Reutlingen), in einem Gespräch mit dem in Stuttgart erscheinenden Monatsblatt „Gemeinschaft“. Es wird von dem württembergischen Gemeinschaftsverband „Die Apis“ herausgegeben.

Der 69-jährige Schaude leitet seit 2010 das größte lutherische Bistum der Welt, das sich vom Ural bis zum Pazifik über sieben Zeitzonen erstreckt. Er beobachtet ein starkes Nationalgefühl und eine Sehnsucht nach Größe und Weltmacht, die Putin in seinem Auftreten verkörpere. Der Präsident sei sehr klug und nehme die „inneren Bedürfnisse“ vieler Russen auf.

Über den früheren Staatspräsidenten Michail Gorbatschow, der Ende der 80er Jahre mit der Politik der Glasnost (Offenheit) und der Perestroika (Umbau) das Ende des Kalten Krieges einleitete, höre man nirgends etwas Positives: „Er gilt als der Totengräber von Russlands Größe.“ Den Verlust der Weltmachtstellung unmittelbar nach dem Zerfall der Sowjetunion hätten die meisten noch nicht verkraftet. Der starke Beifall für Putin zeige, dass [Weiterlesen]