25. Februar 2018

Nur wenige Frauen wollen in der Kirche leiten

Quelle: idea.de

Foto: Aka/pixelio.de

Foto: Aka/pixelio.de

Gladbeck (idea) – Nur wenige Frauen in Deutschland sind bereit, kirchliche Führungspositionen zu übernehmen. Das sagte die Präses der Evangelischen Kirche von Westfalen, Annette Kurschus (Bielefeld), bei einer Podiumsdiskussion am 13. März im Martin Luther Forum Ruhr in Gladbeck bei Gelsenkirchen.

In der Veranstaltung ging es um die Rolle der Frauen in Kirche, Politik und Gesellschaft. Der Abend stand unter dem Thema „,Die Frauen sollen in den Gemeindeversammlungen schweigen.’ (1. Korinther 14,34) – Und sie spricht doch.“ Kurschus wies darauf hin, dass nur zwei von 20 EKD-Gliedkirchen von Frauen geleitet werden: „Es liegt nicht daran, dass wir nicht genügend geeignete Frauen hätten. Sie wollen es oft nicht.“ Eine mögliche Erklärung sei, dass sie mehr als Männer die „gesamte Lebenswirklichkeit“ in den Blick nähmen. Sie fragten stärker, was eine leitende Aufgabe für das Familienleben bedeute, was sie dafür aufgeben müssten und ob es ihnen das wert sei. Eine Frau, die es geschafft habe, ganz vorne zu stehen, sei die Botschafterin des Rates der EKD für das Reformationsjubiläum 2017, die ehemalige EKD-Ratsvorsitzende Margot Käßmann (Berlin). Kurschus kritisierte, dass Käßmann keine Gelegenheit auslasse zu sagen, dass sie nebenbei auch noch ihre vier Kinder erzogen habe. Es ärgere sie, wenn Frauen dies betonten: „Das würde ein Mann nicht sagen.“ Es könne keiner beides alleine leisten. Auch die Männer trügen ihren Teil zur Erziehung bei. Frauen müssten das zugeben. [Weiterlesen]