23. Mai 2018

Muss die Kirche mit der Zeit gehen?

Quelle: idea.de

Foto: RainerSturm/pixelio.de

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Wetzlar (idea) – Muss die Kirche mit der Zeit gehen? Dieser Frage geht das evangelische Wochenmagazin ideaSpektrum (Wetzlar) in einem „Pro & Kontra“ nach. Anlass ist die neueste Mitgliederbefragung der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD). Sie hat ergeben, dass die Volkskirche immer weniger junge Menschen erreicht.

„Wer mit dem Heiligen Geist geht, kann gut mit der Zeit gehen“, schreibt der Theologe Peter Aschoff. Er gehört zum Leitungskreis der „Koalition für Evangelisation“ sowie zum Leitungsteam von ELIA, einer Gemeinde im evangelisch-lutherischen Dekanat Erlangen. Nach Aschoffs Beobachtung gibt es in Teilen der christlichen Gemeinde keinen schlimmeren Vorwurf, als mit dem „Zeitgeist“ unter einer Decke zu stecken: „Doch auch die, die solchen Verrat am Evangelium wittern, schreiben Leserbriefe auf Laptops, profitieren von Hochleistungsmedizin und machen Flugreisen – Errungenschaften, von denen die Apostel noch nichts wussten.“ Wie eine Kirche aussieht, die bewusst nicht mit der Zeit geht, könne man bei den Amish in den USA bewundern, die vor 300 Jahren die Uhr angehalten hätten und so lebten wie damals, schreibt der Theologe. Alle anderen seien längst mit der Zeit gegangen. Es könne deshalb in jeder ehrlichen Debatte nur noch darum gehen, wie man richtig mit der Zeit gehe. Aschoff: „Was uns an geistlichem Reichtum zur Entfaltung geschenkt ist, haben wir noch längst nicht ausgeschöpft.“ [Lesen Sie das Kontra]