13. Dezember 2017

Quoten – der Einstieg in den Ausstieg aus der freiheitlichen Gesellschaft und der unternehmerischen Entscheidungsfreiheit.

Quelle: deutscherarbeitgeberverband.de

Peter Schmidt, Präsident des Deutschen Arbeitgeber Verband e.V., Foto: XING/privat

Peter Schmidt, Präsident des Deutschen Arbeitgeber Verband e.V., Foto: XING/privat

Von Peter Schmidt

Unser Verband versteht sich als Lobbyist für den wichtigsten aller Werte. Des Wertes, der ein Leben erst lebenswert macht: Freiheit. Aus einer tiefen Überzeugung heraus, die unbezwingbar ist, glauben wir an die individuelle Freiheit und ein in Selbstverantwortung geführtes Leben.

Wir haben in Europa die furchtbarsten Zeiten des braunen und des roten Faschismus überwunden. Die langen Jahrzehnte, in denen der Staat alles diktiert hat, bis in die letzte private Nische des Individuums hinein. Man sollte also glauben, dass die Menschen sich heute alles nehmen lassen würden, nur eben eines nicht: Freiheit.

Weit gefehlt. Erstaunlicherweise fällt gerade Freiheit heute unter die „bedrohten Arten“. Das hat auch damit zu tun, dass ein Großteil unserer Gesellschaft als Erben der „68er“ ausschließlich den braunen Faschismus als Gräuel akzeptiert. Die hundert Millionen Opfer des linken Faschismus? Bedauerliche Nebenschäden beim Versuch des Aufbaus einer besseren Welt. Wo gehobelt wird …. Aber beide – rot wie braun – sind und waren Sozialisten. Und, wie allen Anhängern totalitärer Ideen, ist Ihnen die persönliche Freiheit verhasst – im Staat möchten Sie alles zentralisiert und entschieden sehen. Und natürlich gibt es keine totalitäre Idee, die nicht ausschließlich das „Gute“ im Sinn hat und hatte und die totale moralische Überlegenheit auf ihrer Seite weiß.

Um totalitäre Ideen zur Umsetzung zu bringen braucht es Umerziehung, Gehirnwäsche und Zwangsmaßnahmen. Als die 68er-Genossen den Marsch durch die Institutionen begannen, als Sie in den rundum-abgesicherten Staatsdienst zogen, in den Schulen und Medien mit der „Umerziehung in den Köpfen“ begannen – zu dieser Zeit kam die „Quote“ über uns.

Die „Quote“ ist der Wolf im Schafspelz. Die „Quote“ ist eine heimtückische und perfide Waffe: sie lähmt und exekutiert, sie verleiht einerseits die Aura höherer Moral („alles im Interesse der Schwachen“) und exekutiert mit totalitärer Präzision („wer nicht hören will, muss fühlen“).

1939 gründeten die braunen Faschisten den Reichsvollkornbrotausschuß (ja, den gab es wirklich) und auch der brachte sofort eine Quote bei der Zuteilung der wertvollen Nahrung. Auch der Veggie-Day ist eine Nachahmung durch die Enkel: die Opas hatten mit dem Reichsnährstand schon den fleischlosen Sonntags-Eintopf durchgesetzt. Die Opas hatten die Macht und konnten es erzwingen, die Enkel arbeiten noch daran.

Behindertenquote, Ausländerquote, Frauenquote, Quote für erneuerbare-Energien, Quoten für den Fleischgenuss – die Quote entmündigt den Einzelnen, verlagert die Entscheidungshoheit auf den Staat und überlässt ihm alle Sanktionsmöglichkeiten.

Wer für die Quote ist, steht auf der Seite des Guten und der höheren Moral. Wer gegen die Quote ist, an dem muss nachgearbeitet werden, notfalls mit Sanktionen. Es ist nur eine Frage der Zeit, bis Gegnerschaft zur Quote unter Strafe steht. Wir werden es erleben das ein Wort wie „Quotenfrau“ zum strafbaren „hate-speech“ wird und in den Talk-Shows noch stärker geahndet wird als Autobahn.

Seltsamerweise kommen die Heilslehren selten so gut an wie gewünscht. Das war bei Planwirtschaft und Schlangestehen für Südfrüchte und Klopapier so, das ist bei Veggie-Day, den höchsten Energiepreisen in Europa und der Umerziehung von Mann und Frau zu geschlechtsneutralen Wesen nicht anders. Laut FOCUS aus dem Januar 2013 sind die Mehrheit der Deutschen gegen eine Quote. 52% sollen dagegen sein. Man wundert sich zwar, wie und wann dem Rest jedes Freiheitsgefühl abhandengekommen ist. Schlimmer aber ist, dass denjenigen, die den Freiheitssinn noch behalten haben, keinerlei demokratische Interessenvertretung mehr geblieben ist. Weibliche Politiker vom kommunistischen Rand bis zur CSU stehen untergehakt und solidarisch für staatliche Regulierung. Der CDU ist unter Merkel die Stimme der bürgerlichen Mitte, die Stimme der Freiheit und die Stimme einer freiheitlichen Marktordnung verloren gegangen. Und in den Reihen der FDP sucht man verzweifelt die Liberalen mit Rückgrat. Wer eine Belohnung aussetzen würde für das Auffinden dieses letzten aufrechten Liberalen wird kaum ein Risiko eingehen, die Summe jemals auszahlen zu müssen.

Erschwerend kommt hinzu, dass sich die Welt partout nicht den Vorstellungen des Totalitaristen beugen will. Die Geschichte der Planwirtschaft ist die unendliche Geschichte der gefälschten Zahlen und Erfolgsmeldungen, die unendliche Geschichte der Vergewaltigung des gesunden Menschenverstandes. Und die Erfolgsmeldungen der grün-sozialistischen Alchemisten sind vom gleichen Schlag: die unvorstellbaren Schäden des Sozialismus müssen nachfolgende Generationen ausbaden. Auch die Experimente der heutigen Alchemisten werden unseren Enkeln und Urenkeln eine furchtbare Last sein. Auch die Quoten können immer und überall nur durch fälschen von Zahlen und Korrelationsstatistiken in die gewünschte Richtung gedrückt werden. Das hat im „Neuen Deutschland“ niemand interessiert, warum soll es die „Süddeutsche“ scheren?

Wie kommt es, dass eine ganze Gesellschaft sich klaglos in die schleichende Entmündigung begibt? Wie kommt es, dass Unternehmer, die tragende – und finanzierende – Säule, mit Unglauben oder Fatalismus, in jedem Fall aber ohne Gegenwehr, immer stärkere Eingriffe in die unternehmerische Entscheidung akzeptiert?

Der Unternehmer investiert eigenes Geld oder bürgt für große Summe, um seine Ideen Wirklichkeit werden zu lassen. Wenn er scheitert, ist es ein persönliches Scheitern, kein Rettungsschirm wird für ihn aufgezogen. Und nun kommt der Staat und schreibt ihm vor, wen er beschäftigen darf, besser gesagt muss. Wer die „Besten“ sind, die den Unternehmenserfolg erreichen können, bestimmt nicht mehr uneingeschränkt derjenige, der das Risiko trägt. Es wird ihm nun vorgeschrieben.

Die Staatsquote – finanziell ebenso wie im Sinne von Verordnungen, Anmaßungen und bürokratischen Hemmnissen – ist schon heute über dem Maß des Erträglichen. Auch Wahlversprechen wie Bürokratieabbau und Steuerrecht-Vereinfachung waren immer nur Wahlkampfphrasen. In der Realität marschiert die staatliche Einmischung immer weiter voran, keine Bremse mehr, kaum noch warnende Stimmen und – das Schlimmste – keine Politiker mit Rückgrat, die eine parlamentarische Stimme und Interessenvertretung sein können.

Deshalb wird der Deutscher Arbeitgeber Verband Ihnen verstärkt und regelmäßig über die News-Seite Argumentationshilfen an die Hand geben – den Stand und die Bewertung von Gesetzesinitiativen, Originaldokumente und auch Hilfe aus dem Netzwerk des Verbandes, um im Dickicht der Verordnungen und Verbote sicher navigieren zu können und in den Gesprächen mit Beratern oder Betriebsräten gut gerüstet zu sein.

Auf Sicht dürfte der Verband die einzige Stimme sein, die ohne Opportunismus und wie auch immer geartete Verpflichtung Stellung nehmen kann und wird.

In den nächsten Wochen wird Prinz Karneval die Macht im Land übernehmen. Die Narren, die danach wieder das Ruder übernehmen, sind kaum kompetenter. Nur weniger lustig.

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Peter Schmidt ist Präsident im Deutschen Arbeitgeber Verband e.V.. Er studierte Philosophie und Alte Geschichte. War 12 Jahre bei internationalen Konzernen – ITT und WANG Computer – tätig, bevor er sich selbstständig machte. Als Gesellschafter von Unternehmen, die sich mit den Themen IT- und Personalberatung beschäftigen, kennt er die Probleme des Mittelstandes aus eigener, langjähriger Erfahrung. Er ist zudem Aufsichtsrat in mehreren mittelständischen Unternehmen unterschiedlichster Ausrichtung.