14. Dezember 2017

Nigeria: Fortgesetzte Gewalt gegen Christen

Quelle: OpenDoors

Hunderte Christen seit Jahresbeginn in Nigeria ermordet. Foto: PR

Hunderte Christen seit Jahresbeginn in Nigeria ermordet. Foto: PR

(28.02.2014 Open Doors) – In der Mitte Nigerias, wo die Trennlinie zwischen dem christlich geprägten Süden des Landes und dem von Muslimen dominierten Norden verläuft und im Norden selbst, nimmt die Gewalt gegenüber Christen stetig zu. Trotz Entsendung einer Spezialeinheit aus Polizisten und Armeemitgliedern zur Bekämpfung der Gewalt kommt es immer häufiger zu Zwischenfällen. Allein in den ersten acht Wochen dieses Jahres hat die Islamistengruppierung Boko Haram zahlreiche Anschläge auf Kirchen, Schulen, Dörfer und einzelne Familien verübt. Das Ergebnis sind mehr als 400 Todesopfer, die meisten davon waren Christen. Im gleichen Zeitraum sind durch die mutmaßlich von muslimischen Hirtenstämmen, den Fulanis, verübten Angriffe weitere 163 Personen ermordet worden.

Stetig neue Angriffe

„Die Angreifer tauchen überraschend aus dem Nichts auf, schlagen hart zu und verschwinden schnell. Man zielt auf ganze Familien, da es darum geht, eine ganze Gemeinschaft von Christen auszulöschen“, sagt ein Beobachter. Die jüngsten Vorfälle: Am 25. Februar stürmten Islamisten in Yobe eine Schule und verbrannten 43 Jugendliche. Bereits am 15. Februar gab es einen Angriff auf die Dorfgemeinschaft von Izghe in Borno mit 121 Todesopfern. Insgesamt wurden acht Dörfer angegriffen. Dabei gab es insgesamt mindestens 200 Tote. Seit dem Aufstand von Boko Haram im Jahr 2009 wurden bisher tausende Christen getötet. Nigeria sollte von westlichen Einflüssen befreit werden. Zugleich sollte ein strenges islamisches Recht eingeführt werden. Boko Haram greifen immer wieder gezielt Christen an.

Open Doors hilft betroffenen Christen

Die inzwischen beinahe alltäglichen Angriffe, haben viele Christen zu Witwen und Waisen gemacht. „Wenn du für mich und mein Land betest, sitzt du neben mir in der Kirche“, sagt Tabitha, eine nigerianische Witwe. Markus Rode, der Leiter von Open Doors Deutschland, verstärkt dieses Anliegen: „Christen in Nigeria erbitten unser Gebet. Sie benötigen dringend die Unterstützung der internationalen Gemeinschaft. Wir bitten die Öffentlichkeit und Politiker, sich für ein Ende der großen Welle von Gewalt gegenüber Christen in Nigeria einzusetzen. Von den Angriffen betroffene Christen unterstützen wir mit Soforthilfe und längerfristigen Projekten zur Existenzsicherung. Außerdem leisten wir Trauma-Seelsorge.

Damit wir gezielt helfen können, benötigen wir finanzielle Unterstützung und bedanken uns so für jede Spende, die wir für unseren Einsatz in Nigeria bekommen. Unsere Mitarbeiter leisten in Nigeria einen gefährlichen Dienst. “ Paulina, eine Witwe aus Nordnigeria ist für die Unterstützung sehr dankbar: „Dass jemand sein Leben riskiert, um meiner Familie zu helfen, werde ich nie vergessen. Dank eurer Hilfe kann ich wieder lächeln.“ Im Open Doors Weltverfolgungsindex, einer Liste der Länder, in denen Christen weltweit am stärksten bedrängt und verfolgt werden, belegt Nigeria aktuell Platz 14. Weitere Informationen auch unter www.weltverfolgungsindex.de.