23. September 2017

Volker Beck ist neuer Sprecher für Religionspolitik

Quelle: idea.de

Foto: Klaus-Uwe Gerhardt/pixelio.de

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Berlin (idea) – Die Bundestagsfraktion von Bündnis 90/Die Grünen hat Volker Beck zum Sprecher für Religionspolitik gewählt.

Er übernimmt die Aufgabe von Josef Winkler, der bei der Bundestagswahl im September den Wiedereinzug ins Parlament verpasste.

Der 53-Jährige Beck hatte in der Vergangenheit wiederholt Evangelikale wegen ihrer Haltung zur Homosexualität scharf kritisiert. So protestierte er – selbst ein bekennender Homosexueller – 2008 gegen ein geplantes Seminar beim Jugendkongress „Christival“ in Bremen. Es wollte Homosexuellen Hilfe anbieten, die Probleme mit ihrer Orientierung haben. Das Deutsche Institut für Jugend und Gesellschaft, das für das Seminar verantwortlich war, setzte es daraufhin ab.

2009 starteten Lesben- und Schwulenverbände sowie die Grünen eine Kampagne gegen den Internationalen Kongress für Psychotherapie und Seelsorge in Marburg. Sie behaupteten, dass dort Referenten aufträten, „die Homosexuelle zu Heterosexuellen ‚therapieren‘ wollen“. Der Kongress musste dann unter Polizeischutz stattfinden.

In einer Pressemitteilung vom 20. Dezember äußert sich Beck, der auch innenpolitischer Sprecher seiner Fraktion ist, zu einer Gesetzesänderung in Uganda: Dort droht Homosexuellen künftig lebenslange Haft. Dazu kann jeder verurteilt werden, der ein zweites Mal beim gleichgeschlechtlichen Sex überführt wird oder mit Minderjährigen des gleichen Geschlechts bzw. HIV-Infizierten hat. Das vom Parlament beschlossene Gesetz muss noch vom Präsidenten des ostafrikanischen Landes unterzeichnet werden.

Beck und sein Fraktionskollege Omid Nouripour – Mitglied im Ausschuss für Menschenrechte und humanitäre Hilfe – nannten das Gesetz ein „angsterregendes Weihnachtsgeschenk an christliche Fundamentalisten“. Sie fordern von der katholischen Kirche und evangelikalen Gruppen „eine klare Distanzierung“. Schon auf dem Deutschen Evangelischen Kirchentag im Mai 2013 in Hamburg hatte Beck verlangt, dass sich die evangelische Kirche und besonders ihre evangelikalen Verbände in Deutschland für die Rechte Homosexueller in Uganda einsetzen. [Weiterlesen]