19. November 2017

Moslems empört über Gebetsecke in Kapelle

Quelle: jungefreiheit.de

Foto: Salih Ucar/pixelio.de

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DUISBURG. In Duisburg ist ein Streit über eine muslimische Gebetsecke in einem Krankenhaus entbrannt. Der Merkez-Moscheeverein hat mit Empörung das Angebot des Niederrhein-Klinikums zurückgewiesen, islamische Gebete in der hauseigenen Kapelle zu verrichten. Zu diesem Zweck hatte das Krankenhaus eine nach Mekka ausgerichtete Gebetsecke eingerichtet und der Öffentlichkeit präsentiert. „Wir sind als Moschee-Gemeinde weder gefragt worden, noch sind wir einverstanden mit einer Gebetsecke innerhalb einer Kapelle“, kritisiert nun der Vereinsvorsitzende Necati Mert.

Gegenüber dem Nachrichtenportal Der Westen beklagt Mert mangelndes Einfühlungsvermögen. „Wir hätten seitens der Krankenhausleitung erwartet, daß sie eine höhere Sensibilität gegenüber den Bedürfnissen der unterschiedlichen Religionen zeigt.“ Der Vorsitzende fordert stattdessen einen Gebetsraum nur für islamische Gläubige. „In Dinslaken gibt es einen eigenen Gebetsraum nur für Moslems und auch das Helios-Klinikum hat einen solchen Gebetsraum.“

Moslems sollen eigenen Gebetsraum bekommen

Besonders aufgebracht reagierte der Vereinsvorsitzende auf den Umstand, daß seine Gemeinde vom Krankenhaus nicht zur Pressekonferenz eingeladen wurde. Stattdessen erhielt der ehemalige Vereinsvorsitzende Muhammed Al eine Einladung und wurde dort als Vertreter vorgestellt. „Herr Al ist weder Vorsitzender der Gemeinde, noch gehört er dem Gemeindevorstand an.“ Es sei dem Vorstand der Merkez-Mosche „nicht bekannt, warum her Al dort anwesend war“.

Das Krankenhaus machte deutlich, daß es sich bei der Gebetsecke nur um ein Provisorium handelt. Innerhalb von fünf Jahren soll ein Neubau für die Klinik entstehen. Hier will die Krankenhausleitung einen eigenen Gebetsraum nur für Moslems einrichten und auch sonst sich nach deren Wünschen richten, hieß es auf einer Pressekonferenz. Der Merkez-Moscheeverein unterhält die derzeit größte Moschee Deutschlands. Er ist dem Dachverband Ditib und damit dem türkischen Staat unterstellt. (FA)