22. November 2017

Wie werden Demenzkranke in Pflegeheimen behandelt?

Quelle: idea.de

Foto: Angela Parszyk/pixelio.de

Foto: Angela Parszyk/pixelio.de

Burbach/Braunschweig/Wuppertal (idea) – Etwa 240.000 demenzkranke Menschen werden in Deutschland mit Psychopharmaka behandelt.

Das geht aus einer Studie des Bremer Pharmakologen Prof. Gerd Glaeske hervor. Er warnt vor einer „unreflektierten Behandlung“ mit solchen Medikamenten, doch das scheint in vielen Pflegeheimen zum Alltag zu gehören. Pflegekräfte sprechen vom „Abschießen“: Pillen statt Zuwendung, Stillsetzen statt Beschäftigung.

Die ARD beleuchtete das Problem in einer Dokumentation unter dem Titel „Rechtlos und ausgeliefert? Schicksal Demenz“, die am 30. September ausgestrahlt wurde. Die Autorin Silvia Matthies schildert darin beispielhaft das Schicksal einer 87-jährigen Seniorin. Ihr Zustand verschlechterte sich rapide nach ihrem Einzug in ein Pflegeheim in Lippstadt. Gegen den Willen ihres Ehemannes verabreichte man ihr Psychopharmaka, um gegen ihre Unruhe anzugehen. Der Mann erstattete Strafanzeige wegen Körperverletzung. Der Film schildert die inflationäre Gabe von Neuroleptika in deutschen Pflegeeinrichtungen. Zusätzliche Gefahren entstünden durch Wechselwirkungen mit anderen Medikamenten. [Weiterlesen]