18. August 2017

Christoph Morgner wird 70 Jahre alt

Quelle: ead.de

Den landeskirchlichen Pietismus 20 Jahre geprägt

Christoph Morgner, Quelle: christoph.morgner.info

Christoph Morgner, Quelle: christoph.morgner.info

Garbsen (idea) – Der frühere Spitzenrepräsentant des landeskirchlichen Pietismus in Deutschland, Pfarrer Christoph Morgner (Garbsen bei Hannover), vollendet am 14. Oktober sein 70. Lebensjahr. Er hatte 20 Jahre das Amt des Präses inne – zunächst im westdeutschen Gnadauer Verband (1989-1991) und danach bis 2009 im gesamtdeutschen Evangelischen Gnadauer Gemeinschaftsverband. Die Dachorganisation repräsentiert rund 200.000 Christen und ist damit die größte Laienorganisation in der evangelischen Kirche. Morgner habe die Gemeinschaftsbewegung zwei Jahrzehnte lang von der pietistisch-reformatorischen Theologie her entscheidend geprägt, erklärte der Generalsekretär des Verbandes, Theo Schneider (Kassel). Besondere Verdienste habe er sich auch um den Vereinigungsprozess zwischen Gnadau Ost und West erworben. Morgner hatte ferner führende Ämter in der evangelikalen Bewegung inne. So war er Mitglied des Hauptvorstandes der Deutschen Evangelischen Allianz und der evangelistischen Aktion „ProChrist“. Morgner machte sich für einen missionarisch und diakonisch engagierten Pietismus stark. Er äußerte sich wiederholt kritisch zu Entwicklungen in den evangelischen Kirchen – etwa zur Zulassung der Segnung gleichgeschlechtlicher Partnerschaften –, lehnte aber einen freikirchlichen Weg der Gemeinschaftsbewegung ab. Sie sei in der Volkskirche entstanden und habe dort ihren Platz. Zum Umgang mit der Bibel sagte er in einem Interview mit der Evangelischen Nachrichtenagentur idea: „Wir grenzen uns bewusst von liberalen Theologen ab, die sagen, die Bibel sei ein Buch wie jedes andere oder sie sei nicht Gottes Wort, sondern enthalte nur Worte von Gott.“

Vom Ladentisch auf die Kanzel

Morgner wurde in der Nähe von Zwickau geboren und siedelte 1958 nach Niedersachsen über. Er absolvierte zunächst eine Ausbildung zum Einzelhandelskaufmann und war stellvertretender Abteilungsleiter in einem Warenhaus. 1968 sattelte er um und studierte Theologie. Danach war er 14 Jahre Pfarrer in Dollbergen bei Hannover. Zehn Jahre lang amtierte Morgner als ehrenamtlicher Vorsitzender des Hannoverschen Verbandes Landeskirchlicher Gemeinschaften. 1999 promovierte er mit einer Arbeit über „Geistliche Leitung als theologische Aufgabe“. Der Theologe verfasste auch zahlreiche Bücher. In diesem Jahr erschienen die Titel „Gott nahe zu sein ist mein Glück“ (Brunnen Verlag, Gießen) und „Wer gerne lacht, bleibt länger jung“ (Neukirchener Aussaat, Neukirchen-Vluyn). Morgner ist nach wie vor ein gefragter Referent bei Bibelwochen, Tagungen und Studienreisen.