23. Oktober 2017

Homeschooling: Staat nimmt Kinder in Obhut

Quelle: hslda.org

Familie Wunderlich, Foto: hslda.org

Familie Wunderlich, Foto: hslda.org

Familie Wunderlich auseinandergerissen, weil die Eltern ihre Kinder zuhause unterrichteten.

Die Home School Legal Defense Association (HSLDA), eine US-amerikanische Organisation für Homeschooling, berichtete am 30.August 2013 über ein unverhältnismäßig hartes Vorgehen (laut HSLDA „a brutal and vicious act“ „ein brutaler und grausamer Akt“) gegen Dirk und Petra Wunderlich, die sich weigerten, ihre Kinder an öffentlichen Schulen unterrichten zu lassen und stattdessen Homeschooling praktizierten. Am 29. August um 8 Uhr am verschaffte sich ein Team von 20 Sozialarbeitern, Polizeibeamten und Sonderkräften Zugang zur Wohnung der Wunderlichs nahe Darmstadt und nahmen die vier Kinder der Familie im Alter von 7 – 14 Jahren in Gewahrsam. Die Kinder der Wunderlichs wurden an einen unbekannten Ort verbracht. Den Eltern wurde mitgeteilt, dass sie ihre Kinder „nicht so bald wiedersehen“ würden.

HSLDA erhielt die richterliche Anordnung, die diese Maßnahme ermöglichte. Der einzige juristische Grund für die behördliche Maßnahme, die Kinder von der Familie zu trennen, bestand darin, dass Wunderlichs ihre Kinder zuhause unterrichteten. Familienrichter König unterzeichnete den Beschluss, weil die Wunderlichs sich weigerten, der deutschen Schulpflicht nachzukommen.

Dirk Wunderlich beschreibt die überraschenden Ereignisse mit folgenden Worten:

„Ich schaute durch ein Fenster und sah viele Leute, Polizei und Sondereinsatzkräfte, alle bewaffnet. Sie sagten mir, sie wollten hereinkommen, um mit mir zu sprechen. Ich versuchte Fragen zu stellen, aber innerhalb von Sekunden brachten drei Polizeibeamte einen Rammbock, um die Türe einzubrechen. Also öffnete ich. Die Polizei drückte mich in einen Stuhl und ließ mich nicht einmal telefonieren. Es ging chaotisch zu, als sie mir sagten, dass sie die Kinder mitnehmen würden. Bei der kleinsten Bewegung packten mich die Beamten, so als wäre ich ein Terrorist. Man hätte niemals erwartet, dass sich so etwas in unserem ruhigen, friedfertigen Dorf ereignen würde. Es war wie eine Szene in einem Science Fiction. Unsere Nachbarn und Kinder wurden durch dieses Eindringen traumatisiert.“

Die HSLDA verfolgt die Geschichte der Wunderlichs seit Jahren. Die Familie zog in mehrere Länder der EU, um einen Ort zu finden, wo sie ihre Kinder zuhause unterrichten konnten. Letztes Jahr kehrten die Wunderlichs nach Deutschland zurück und ließ sich bei Darmstadt nieder. Das Jugendamt wurde auf die Familie aufmerksam, ließ diese jedoch unbehelligt, da die Kinder in der Familie gut versorgt wurden.

Die Behörden zogen allerdings die Pässe der Kinder ein, um zu verhindern, dass die Familie flieht – laut Michael Farris von HSLDA ein Verstoß gegen die Europäischen Menschenrechtskonvention. „Das Recht auf Homeschooling ist ein Menschenrecht, ebenso wie das Recht auf Freizügigkeit und darauf, ein Land zu verlassen… Dieses aktuelle Vorgehen, die vier wunderbaren, unschuldigen Kinder aus der Familie zu nehmen, ist ein unerhörter Akt“, so Farris, Experte für internationales Recht.

Deutschland ist Teil einer Vielzahl von Menschenrechtsverträgen, die das Recht der Eltern auf Unterrichtung außerhalb öffentlicher Schulen einräumt, damit die Kinder nach den religiösen Überzeugungen ihrer Eltern erzogen werden können. „Deutschland hat diese Verpflichtungen gemäß dieser Verträge oder als liberale Demokratie einfach nicht erfüllt“, so Farris. HSLDA wird alles tun, um die Wiedervereinigung der Familie und ihr Recht auf Homeschooling zu erwirken.

Mike Donnelly, Direktor der HSLDA für Internationale Angelegenheiten, beschreibt den Zustand der Wunderlichs: „Diese Leute sind gebrochen.
Sie sagten, sie seien am Boden zerstört. Sie sind bis ins Mark getroffen und von den Ereignissen zutiefst schockiert.“ Donnelly erklärte weiter: „Ich habe mich seit Jahren dafür eingesetzt, dass Deutschland Homeschooling zulässt. Und ich hoffte, dass die Dinge sich ändern… Aber ich habe mich getäuscht.“ Über die Wunderlichs sagte Donnelly: „Es ist eine kostbare Familie mit wertvollen Kindern. Sie sind einfach nur normale Leute, die das tun, was Millionen von Leuten hier in den USA jeden Tag tun.“

Wunderlich berichtete, dass seine 14 Jahre alte Tochter mit Gewalt abgeführt wurde. „Als ich nach draußen ging, weinte unsere Nachbarin, als sie dies beobachtete. Ich sah mit an, wie meine Tochter von zwei großen Polizeibeamten abgeführt wurde, als ob sie eine Kriminelle sei. Sie waren überhaupt nicht nett. Als meine Frau versuchte, meiner Tochter einen Abschiedskuss zu geben und sie zu umarmen, stieß ein Beamte sie mit dem Ellenbogen beiseite und sagte:
‚Dafür ist es zu spät.‘“

Mit ihrem Rechtsanwalt Andreas Vogt hatten Wunderlichs eine Unterredung mit einem Verantwortlichen der Sozialbehörde. Eine Anhörung, um die staatliche Inobhutnahme anzufechten, sei erst möglich, wenn der Richter aus dem Urlaub zurück sei. Vogt, der andere Familien der Homeschooling Szene vertritt, hat einige Fälle bis vor das Verfassungsgericht gebracht, bislang jedoch ohne Erfolg.

Petra Wunderlich sagte: “Wir sind leer. Wir brauchen Hilfe. Wir kämpfen, aber wir brauchen Hilfe.”

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