20. August 2017

Kirche in Garbsen niedergebrannt

Quelle: jungefreiheit.de

Foto: willehadikirche-garbsen.de

Foto: willehadikirche-garbsen.de

GARBSEN. Unbekannte haben in Niedersachsen eine evangelische Kirche niedergebrannt. Die Willehadikirche in Garbsen wurde in der Nacht zum Dienstag Opfer eines Brandanschlages. Das Gotteshaus brannte samt angrenzendem Gemeindezentrum vollständig aus. Es ist der bisherige Höhepunkt einer Serie von Brandstiftungen in Garbsen. Wie die Hannoversche Allgemeine Zeitung berichtet, wurden die rund hundertfünfzig Rettungskräfte während ihres Einsatzes von Jugendlichen ausländischer Herkunft verhöhnt und provoziert.

„Ich bin erschüttert, daß nicht alle erschüttert waren in dieser Nacht“, kommentierte Pastorin Renate Muckelberg die ausgelassene Stimmung unter den Jugendlichen. Offiziell hat die Polizei noch keinen Tatverdacht, doch die Anwohner sind sich sicher. „Wir werden seit Jahren von Jugendlichen terrorisiert“, berichtet einer von ihnen. „Sie pöbeln uns an, dealen offen mit Drogen und keiner macht etwas.“ Konkret geht es um die Jugendbanden „Gtown Gangsta“ und „AIG“ („Ausländer in Garbsen“).

Massiver Einsatz von Brandbeschleunigern

„Meine vier Jahre alte Tochter traut sich nicht mehr auf die Straße“, schildert eine Anwohnerin die Zustände im Garbsener Stadteil Auf der Horst. „Wer Kirchen ansteckt, der schreckt auch vor dem Tod von Menschen nicht zurück“, pflichtete ihr ein anderer Anwohner bei. „Es muß schon lange vorher gebrannt haben, oder es sind massiv Brandbeschleuniger eingesetzt worden“, sagte Ortsbrandmeister Rüdiger Kauroff. „So etwas habe ich noch nicht erlebt.“ Erst ein Löschroboter der Feuerwehr Hannover brachte den Brand unter Kontrolle.

Alleine in diesem Jahr verzeichnete die Ortsfeuerwehr Garbsen in den Stadteilen Auf der Horst und Garbsen-Mitte knapp vierzig brennende Mülltonnen, Altpapiercontainer und mehr. Auch auf das Gemeindehaus wurde eine Woche zuvor ein erster Brandanschlag verübt. Als Reaktion auf den jüngsten Anschlag will die Stadt nun Streetworker zur Betreuung der Jugendlichen einsetzen.

Für Aufsehen sorgte Garbsen bereits 2011, als ein Lehrer an die Öffentlichkeit trat und vor ausufernder Jugendgewalt warnte. Schulen wurden daraufhin zeitweise unter Polizeischutz gestellt. (FA)