18. August 2017

CSU fordert Porno-Schranke im Internet

Quelle: jungefreiheit.de

Foto: Dieter Schütz/pixelio.de

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BERLIN. Die CSU hat sich für eine Porno-Schranke im Internet ausgesprochen. Dadurch sollen Kinder und Jugendliche besser geschützt werden. Um diesen Schutz zu erreichen, seien „spezielle Filter und verbindliche Altersbeschränkungen“ notwendig, „so daß man sich für die Nutzung von pornographischen Inhalten im Netz persönlich anmelden muß“, sagte der Rechtsexperte der Unionsfraktion im Bundestag, Norbert Geis (CSU), der Bild-Zeitung.

Im vergangenen Monat hatte bereits der britische Premierminister David Cameron angekündigt, ab Ende 2014 alle Internetanbieter zu verpflichten, pornographische Inhalte zu blockieren. Ab diesem Zeitpunkt werden im Vereinigten Königreich zuerst Neukunden, später auch Nutzer bereits bestehender Anschlüsse von ihren Anbietern angeschrieben, und gefragt, ob sie dennoch auf die Inhalte zugreifen wollen. Antwortet der Nutzer nicht, bleibt der Filter in Kraft.

Kritiker fürchten Zensur

Kritiker befürchten, die Zensur pornographischer Inhalte stelle ein Einfallstor für eine Komplettzensur des Internets dar. „Cameron möchte, daß wir uns unbemerkt in ein zensiertes Internet begeben“, zitiert die Zeit den Geschäftsführer der Open Rights Group (ORG), Jim Killock. Besonderen Argwohn erregt in Großbritannien derzeit, daß der geplante Filter offenbar auch nichtpornographische Webseiten ferfassen soll, wie beispielsweise Seiten mit Anleitung zum Selbstmord oder Programme zur Umgehung von Internetzensur. (tb)