21. November 2017

AfD-Chef Lucke fordert Kampf gegen Linksextremismus

Quelle: jungefreiheit.de

AfD-Chef Bernd Lucke fordert ein härteres Vorgehen gegen Linksextremisten Foto: JF

AfD-Chef Bernd Lucke fordert ein härteres Vorgehen gegen Linksextremisten Foto: JF

OSNABRÜCK. Der Vorsitzende der Alternative für Deutschland (AfD), Bernd Lucke, hat ein härteres Vorgehen gegen Linksextremisten gefordert. Anlaß ist ein Angriff von Linksextremisten auf Lucke während einer Wahlkampfveranstaltung in Bremen.

Es sei „an der Zeit, die Geduld mit linksextremen Gruppierungen aufzugeben und offensiver mit kriminellen Strukturen umzugehen“, forderte Lucke gegenüber der Neuen Osnabrücker Zeitung.

Etwa 20 bis 25 Linksextremisten hatten am Sonnabend die Kundgebung der AfD im Bremer Bürgerpark gestürmt und 17 Personen verletzt. Einige Angreifer rannten dabei auch auf die Bühne und schubsten Lucke vom Podium. Zudem versprühten sie Reizgas. Lucke blieb allerdings unverletzt. Ein anderes AfD-Mitglied wurde jedoch mit einem Messer an der Hand verletzt. Die Polizei konnte drei Angreifer festnehmen. Einer von ihnen soll als Angehöriger der linksextremen Szene einschlägig bekannt sein.

Zerstörung von Wahlplakaten

Die Pressesprecherin der AfD, Dagmar Metzger, betonte, dies sei nicht der erste linksextreme Angriff auf ihre Partei im Wahlkampf gewesen. Auch in Bayern hätten Linksextremisten ein Mitglied angegriffen. „Ihm wurde die Schulter ausgekugelt, am Boden liegend wurde ihm gegen den Kopf getreten.“ Weiter Attacken habe es Lübeck, Lüneburg, Gießen, Göttingen oder auch Nürnberg gegeben. Zudem beklagt die Partei die Zerstörung zahlreicher Wahlplakate.

Am Sonntag demonstrierten deshalb rund Hundert Anhänger der AfD „für die Achtung der Meinungsfreiheit, für Toleranz und gegen Gewalt“ in Berlin-Kreuzberg. Dank eines großen Polizeiaufgebots verlief die Veranstaltung weitgehend ungestört. Lediglich rund dreißig linke Gegendemonstranten taten ihren Unmut über die AfD kund.

Angriff auf AfD-Transporter in Berlin

Allerdings kam es laut dem Pressesprecher der Berliner AfD, Götz Frömming, im Anschluß an die Kundgebung zu einem Angriff auf einen Transporter der AfD durch Linksextremisten. „Einige der Angreifer versuchten den Fahrer des Transporters, der allein in dem Wagen saß, aus der Kabine des Kleinlasters zu zerren. Durch das beherzte Eingreifen mehrerer Passanten und Anwohner, die ausschließlich nicht deutscher Herkunft waren, und die schnelle Reaktion der noch in der Nähe befindlichen Polizei, konnte Schlimmeres verhindert werden“, teilte die Partei mit.

SPD-Politiker Kahrs verurteilt Angriffe auf AfD

Der Sprecher des konservativen Seeheimer Kreises in der SPD, Johannes Kahrs, verurteilte am Montag die Angriffe auf die AfD scharf: „Die AfD hat eine gute Chance, deutlich über fünf Prozent der Stimmen zu erzielen. Jeder Versuch, einzelne Vertreter dieser Partei anzugreifen, ihre Plakate zu zerstören und ihren Wahlkampf zu verhindern, ist undemokratisch“, sagte er dem Handelsblatt. Die AfD sei ein politischer Mitbewerber und bewege sich auf dem Boden der freiheitlich demokratischen Grundordnung.

Zum Angriff auf Lucke sagte Kahrs: „Ich halte diese Vorfälle für unerträglich, inakzeptabel und widerlich.“ Attacken auf demokratische Parteien dürften nicht hingenommen werden. Hier müßten alle demokratischen Parteien zusammenstehen. „Man muß nicht die Standpunkte der AfD teilen, um ihr Recht, ungestört Wahlkampf zu machen, zu verteidigen“, stellte der SPD-Politiker klar. (krk)

> JF-Dossier zur Alternative Für Deutschland