20. Oktober 2017

Willsch warnt Union vor „Alternative für Deutschland“

Quelle: jungefreiheit.de

Der CDU-Politiker Klaus-Peter Willsch warnt seine Partei vor der „Alternative für Deutschland“ Foto: CDU

Der CDU-Politiker Klaus-Peter Willsch warnt seine Partei vor der „Alternative für Deutschland“ Foto: CDU

BERLIN. Der CDU-Bundestagsabgeordnete Klaus-Peter Willsch hat seine Partei vor der „Alternative für Deutschland“ (AfD) gewarnt. Diese könnte der Union bei der Bundestagswahl entscheidende Stimmen kosten, sagte Willsch Handelsblatt-Online.

Wenn die AfD an der Fünf-Prozent-Hürde scheitere, seien „schlimmstenfalls 4,9 Prozent der Wählerstimmen weitgehend für das bürgerliche Lager verloren“. Diese fehlten dann Union und FDP, um sich gegenüber drei linken Parteien zu behaupten. „Je mehr Stimmen Union und FDP an die AfD verlieren, desto näher bringt dies die SPD zur Kanzlerschaft“, unterstrich der CDU-Politiker, der zu den Gegnern der Euro-Rettungspolitik der Bundesregierung gehört.

Auch wenn der AfD der Sprung in den Bundestag gelänge, hätte das nach Ansicht Willschs erhebliche Konsequenzen für die Union. „Der Einzug der AfD in den Bundestag bedeutet unweigerlich entweder eine große Koalition oder die Begünstigung eines linken Bündnisses.“ Nach einer weiteren großen Koalition wäre aber vom „Markenkern der CDU“ nichts mehr übrig, warnte er.

Mehrheit der potentiellen Wähler sind FDP-Anhänger

Willschs Befürchtungen decken sich mit dem Ergebnis einer Umfrage des Erfurter Meinungsforschungsinstituts INSA für Focus-Online. Danach schöpft die AfD vor allem aus dem Wählerpotential von FDP und Union. 36 Prozent der Befragten, die angaben, bei der Bundestagswahl für die Euro-kritische Partei zu stimmen, hatten beim letzten Mal noch die FDP gewählt. Damit sind die Liberalen wie keine andere Partei von einer möglichen Wählerwanderung zur AfD betroffen.

An zweiter Stelle folgte die Union: 24 Prozent der Befragten, die sich vorstellen können, AfD zu wählen, votierten 2009 noch für CDU oder CSU.

SPD und Grüne müssen dagegen keinen großen Wählerfluß zu der neuen Partei fürchten: Fünf Prozent der potentiellen AfD-Wähler hatten bei der letzten Bundestagswahl noch ihr Kreuz bei der SPD gemacht, zwei Prozent bei den Grünen.

Der Euro-kritische FDP-Bundestagsabgeordnete Frank Schäffler warnte daher auch, die Gründung der AfD zu unterschätzen. „Ich warne alle in der Koalition, dieses Phänomen klein zu reden“, sagte er. „Viele der AfD-Positionen zur Europapolitik teile ich.“ (krk)