21. Oktober 2017

Soll sich die Kirche mehr einmischen?

Quelle: idea.de

Foto: Dieter Schütz/pixelio.de

Foto: Dieter Schütz/pixelio.de

Berlin (idea) – Sollen sich die Kirchen mehr in gesellschaftlichen und politischen Fragen einmischen? Kontroverse Meinungen dazu vertreten Politiker und Theologen in der Wochenendausgabe der links-alternativen „tageszeitung“ (Berlin).

Der evangelische Münchner Theologieprofessor Friedrich Wilhelm Graf lehnt eine stärkere kirchliche Einmischung ab. Er verweist auf den „klaren geistlichen Auftrag“ der Kirchen. Zugleich kritisiert er Bischöfe und andere führende Kirchenvertreter. Sie schrieben sich gern ein allgemeinpolitisches Mandat zu und nähmen fortwährend zu allem Stellung. Das seien aber „eitle Autoritätsposen“, die nicht darüber hinwegtäuschen könnten, „dass sie in der demokratischen Öffentlichkeit nur eine Stimme unter vielen anderen sind“. Das geistliche Amt mache keineswegs politisch klüger und kompetenter als andere Rollen in der pluralistischen Gesellschaft. Die Kirchen sollten sich laut Graf auf ihre eigentlichen Aufgaben konzentrieren: „religiöse Kommunikation zur Sinndeutung der elementaren Krisen endlichen Lebens, verlässliche Riten zur heilsamen Unterbrechung des Alltags, Predigt von einer innerweltlichen Transzendenz des Individuums, die ganz neue Freiheit erschließt.“ [Weiterlesen]