23. Oktober 2017

Meinungsforscher sehen gute Chancen für AfD

Quelle: jungefreiheit.de

AfD

BERLIN. Die „Alternative für Deutschland“ hat nach Ansicht von Meinungsforschern gute Chancen, bei der nächsten Bundestagswahl über die Fünf-Prozent-Hürde zu kommen. Die Partei habe „echte Chancen“ auf einen Einzug in den Bundestag, sagte der Chef des Meinungsforschungsinstitutes Insa, Hermann Binkert dem Focus. Da die AfD eine „klar bürgerliche Partei“ sei, „deren Wähler sich nach Mitte-Rechts einordnen“, werde es für die schwarz-gelbe Koalition in Berlin noch schwerer, eine eigene Mehrheit zu erreichen.

Laut einer Umfrage von Insa im Auftrag des Focus könnten sich 18 Prozent der Deutschen vorstellen, bei der Bundestagswahl im September ihr Kreuz bei der AfD zu machen. In der Sonntagsfrage kommt die Partei derzeit auf fünf Prozent der Stimmen. Die meisten Unterstützer hat die Alternative, die am Wochenende nach eigenen Angaben ihr 10.000 Mitglied aufgenommen hatte, demnach bei Wählern von FDP und Union.

Politikwissenschaftler nimmt AfD in Schutz

Auch der SPD-Bundestagsabgeordnete Johannes Kahrs erwartet einen Erfolg für die eurokritische Formation. „Wenn die AfD ihre Landesverbände geräuschlos aufstellt und nicht in eine rechtsradikale Richtung abdriftet, wird sie in den Bundestag einziehen – acht bis zehn Prozent sind drin.“ FDP-Generalsekretär Patrick Döring sagte, er unterschätze die Gefahr durch die AfD nicht. Dennoch seien die Risiken für die Sparer bei einem Euro-Ausstieg sehr groß.

Unterdessen hat der Politikwissenschaftler und Extremismus-Experte Eckhard Jesse die Partei um Sprecher Bernd Lucke vor Rechtsextremismusvorwürfen in Schutz genommen. „Das ist bei Leuten wie Lucke so gut wie ausgeschlossen.“ Äußerungen der NPD, die neue Partei werde von ihren Anhängern unterwandert, bezeichnete er als „Armutszeugnis“. Es zeige, in welchem Niedergang sich die rechtsextreme Partei befinde. Aktuell bestehe lediglich die Gefahr, daß in der Öffentlichkeit der Eindruck vermittelt werde, die AfD sei „rechtslastig unterwandert“, betonte Jesse, der als Professor an der Technischen Universität Chemnitz lehrt. (ho)