18. Oktober 2017

Ärzte gegen Therapieverbot von Homosexuellen

Ärzte wehren sich gegen Therapieverbot Homosexueller. Foto: Gerd Altmann/pixelio.de

Ärzte wehren sich gegen Therapieverbot Homosexueller. Foto: Gerd Altmann/pixelio.de

Der Bund Katholischer Ärzte (BKÄ) ist gegen ein Therapieverbot von Homosexuellen. Das geht aus einer gestern veröffentlichten und an „Politiker und Journalisten“ gerichteten Pressemeldung des katholischen Ärzteverbandes hervor.

Acht Punkte gegen den Vorstoß der Grünen

In acht Punkten weist der BKÄ den Gesetzentwurf der Bundestagsfraktion von Bündnis90/Die Grünen vom 20.3.2013, „Zur Ahndung von Therapien mit dem Ziel der Änderung der sexuellen Orientierung bei Minderjährigen“ als unsachlich und nicht gerechtfertigt zurück. Damit schließen sich die katholischen Ärzte der Pressemeldung des Deutschen Instituts für Jugend und Gesellschaft vom 25.3.2013 an.

In ihrer Begründung stellen die Ärzte klar, dass niemand „als Homosexueller `verachtet`, noch zu einer Therapie gezwungen werden werden soll.“ Alle Menschen hätten „das Recht auf ärztliche, psychotherapeutische und geistliche Hilfe, insbesondere auch beim Tabuthema Homosexualität, und auch auf Information, Aufklärung und Achtung ihrer Menschenwürde“.

Ärzte, Psychotherapeuten, Geistliche hätten das Recht, die Pflicht und die Freiheit auf diagnostische und therapeutische Maßnahmen, wenn sie um fachlichen Beistand und Hilfe gebeten werden. Eine ärztliche und seelsorgerliche Hilfe könne angezeigt sein, „auch wenn der Begriff ‚Homosexualität‘ derzeit nicht im ICD10 (Internationale statistische Klassifikation der Krankheiten und verwandter Gesundheitsproblemeverzeichnet – Anm.d.Red.) ist“.

Das christliche Menschenbild gebiete Hilfsangebote

Das „christliche Menschenbild“ gebiete, „Hilfen anzubieten und zu helfen, ohne Ansehen der Person und der Umgebung“, so der katholische Ärztebund. Wer Hilfe sucht, solle sie erhalten, „heilend, unschädlich, menschenwürdig“, betont der BKÄ. Der spezifische Beistand bei Problemen mit sexueller Orientierung soll im Rahmen eines noch zu gründenden „Netzwerk Hilfe bei Homosexualität“ weiter etabliert werden. Dazu gehöre auch die weitere Erforschung der Ursachen und Behandlungsmöglichkeiten.

Der BKÄ fordert die politischen Verantwortlichen und die ärztlichen und geistlichen Funktions- und Verantwortungsträger dazu auf, „sich für das tatsächliche gesundheitliche und seelische Wohl ihrer Bürger einzusetzen und keine Unterdrückung von Meinungsäußerungen, Hilfsanfragen und Hilfsangeboten zuzulassen.“ Weiter heißt es in der Pressemeldung:

„Es ist tatsächlich dringend geboten, die körperliche und geistige Unversehrtheit jedes Bürgers zu schützen und das Kindeswohl nicht zu gefährden, indem vor den stark gesundheitsgefährdenden Sexualpraktiken (Oralverkehr, Analverkehr) gerade bei jungen, aktiven Homosexuellen gewarnt wird.“

Die Vereinigung katholischer Ärzte in Deutschland mit Sitz in Unterhaching (Landkreis München) gibt es seit dem Jahr 2004. Nach eigenen Angaben bildet sie „einen Rahmen zu gegenseitiger Unterstützung, Diskussion aktueller Fragen, Information über katholische Glaubensgrundlagen und christlicher Gemeinschaft Gleichgesinnter.“

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