19. November 2017

Scharfe Kritik an Israel-Boykott

Quelle: factum online

Foto: Helene Souza/pixelio.de

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Der Aufruf einiger kirchlicher Gruppierungen zum Boykott israelischer Produkte erinnert an die Parolen der Nationalsozialisten „Kauft nicht bei Juden“ sagte der Vorsitzende des Arbeitskreises für biblische Orientierung und Israelfachmann Alexander Schick.

(02. November 2012/fa.) – Schick äusserte seine Kritik auf einer Tagung des Nordelbischen Arbeitskreises für biblische Orientierung. Im Oktober hatte sich die Gruppe „Solidarische Kirche im Rheinland“ der Pax-Christi-Aktion „Besatzung schmeckt bitter“ angeschlossen, die einen solchen Kaufverzicht propagiert.

In einem abweichenden Votum hatte sich der rheinische Landespfarrer für christlich-jüdischen Dialog, Volker Haarmann, gegen die von den 30 Teilnehmern getragenen Beschlüsse gewandt.

Der Vorsitzende des Arbeitskreises für biblische Orientierung und Israelfachmann Alexander Schick (Westerland/Sylt) fühlt sich bei dem Boykottaufruf an den Nazi-Slogan „Kauft nicht bei Juden!“ erinnert. Heute heisse es „Kauft nicht bei Israelis!“, sagte er vor rund 160 Besuchern der Israeltagung im Freizeitheim der Heilsarmee in Plön. Es sei symptomatisch, so Schick weiter, dass es auch zu den Arbeitszielen der Solidarischen Kirche gehöre, ideell die „Bibel in gerechter Sprache“ zu unterstützen und eine Hinterbliebenenversorgung für lesbische kirchliche Amtsträgerinnen zu fördern.

Bei Gruppen, die sich in dieser Weise gegen die Aussagen der Heiligen Schrift stellten, verwundere es nicht, dass sie auch gegen das Volk Gottes arbeiteten und sich damit versündigten. Schick rief die Zuhörer auf, treu zur Bibel zu stehen. Er ist Bestsellerautor zu den Schriftrollen vom Toten Meer und Begründer einer Qumran- und Bibel-Wanderausstellung, die mehr als eine halbe Million Menschen gesehen haben.

Der Jerusalemer Journalist und messianische Jude Michael Schneider forderte die Tagungsteilnehmer auf, sich über Israel umfassend zu informieren und dem Volk Israel mit Liebe zu begegnen. Die Haltung des Deutschen Evangelischen Kirchentages, messianisch-jüdischen Gemeinden die Teilnahme am „Markt der Möglichkeiten“ zu verweigern, könne er nur mit Kopfschütteln zur Kenntnis nehmen. Juden, die an Jesus, den Juden, als Messias glauben, würden von der evangelischen Kirche ausgeschlossen.

Schneider arbeitet als Journalist und Vortragsredner für die Zeitschrift „Israel Heute“, die sein Vater Ludwig Schneider begründet hat.